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Schritt zur möglichen Reaktivierung der Eifelquerbahn ab Gerolstein

Mobilität : Geprüft wird: Was hält die Brücke noch aus?

Mitarbeiter der Deutschen Bahn nehmen das Bauwerk  über die Kyll bei Pelm unter die Lupe.

(sts) Wann wird wieder ein Zug auf der Eifelstrecke Köln-Trier fahren können? Die Sprachregelung bei der Deutschen Bahn AG (DB) lautet derzeit: Die Wiederherstellung des Teilstücks zwischen Euskirchen und Trier könnte bis mindestens Ende des nächsten Jahres dauern – wobei sich angesichts der enormen Schäden niemand wundern würde, wenn es noch länger dauern würde.

Vor diesem Hintergrund kam der Vorschlag auf, die Eifelquerbahn von Gerolstein nach Kaisersesch als  Aushilfs- und Versorgungsstrecke zu reaktivieren. Was zunächst bei der Bahn auf Skepsis stieß: So äußerten Vertreter des Unternehmens bei einem Treffen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer Ende Juli in Gerolstein unter anderem, eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme sei schwer vorstellbar.

Die anfänglich sehr zurückhaltende Reaktion der Bahn hat sich zwischenzeitlich aber geändert. Nach Mitteilung der Vereins Eifelquerbahn, der sich auch schon lange vor der Flut für die Reaktivierung eingesetzt hat, seien unlängst Mitarbeiter der DB mit der Überprüfung der Eisenbahnbrücke über die Kyll bei Pelm beschäftigt gewesen.

Das Hauptaugenmerk liege dabei auf der Instandsetzung der nach dem Zweiten Weltkrieg nur als Behelfsbrücke wiederaufgebauten Bauwerks, das seit einem Gutachten von 2014 als problematisch gilt.  „Leider wurde es in den vergangenen 75 Jahren versäumt, dieses Provisorium durch einen Neubau zu ersetzen“, erklärt Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. Dieser vermeintliche Nachteil könnte sich nun aber als Vorteil für die anstehende Sanierung erweisen: „Die modulare Bauweise von Behelfsbrücken macht eine Instandsetzung einfacher. Wir haben bereits 2019 mit einem Brückenbauingenieur über konkrete Vorschläge zur Sanierung der Pelmer Brücke gesprochen.“

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten könne mit der Bergung der wegen der Flut gestrandeten Fahrzeuge begonnen werden. „Allein die vier dort in Gerolstein stehenden Fahrzeuge der DB dürften zusammen einen Wert von mehr als 16 Millionen Euro haben. Ohne eine Bergung über die Eifelquerbahn würde man diese nach Wiederherstellung der Strecke nur noch für teures Geld entsorgen können“, sagt Jens Wießner, der Vorsitzende des Vereins. Ähnlich sähe es dann auch für die durch die Flutkatastrophe beschädigten Fahrzeuge der Vulkan-Eifel-Bahn aus.

Nach der Bergung der Fahrzeuge gelte es, schnellstmöglich die Wiederherstellung der Eifelstrecke in Richtung Birresborn anzugehen, befinde sich doch in diesem sieben  Kilometer langen Abschnitt die Verladestelle „Gerolstein Basalt“, von der aus der zum Wiederaufbau benötigte Gleisschotter direkt auf die Bahn verladen werden kann.

Beim Wiederaufbau sei auch zu berücksichtigen, die Eifelstrecke fit für die Zukunft zu machen und bereits heute die notwendigen Voraussetzungen für die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau zu schaffen. Wießner: „In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einen Beschluss des Nahverkehr Rheinland mit der konkreten Forderung, sowohl die Elektrifizierung als auch den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke beim Wiederaufbau zu berücksichtigen, um so die Attraktivität nachhaltig zu verbessern. Aber auch aus Rheinland-Pfalz werden ähnliche Forderungen immer lauter.“