Schüler demonstrieren gegen den Klimawandel

Klimaschutz : Schüler und Erwachsene demonstrieren gegen Klimawandel

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung geht nicht nur in Ballungsräumen auf die Straße. Am Freitag trifft sie sich in der Vulkaneifel, um sich für mehr Klimaschutz einzusetzen. Organisatorin ist eine Gruppierung namens „Denkfabrik Kylltal“, mit Unterstützung der „Wirkstatt“ in Dockweiler.

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten jeden Freitag für ihre Zukunft, der Nachwuchs hat die Politik unter Zugzwang gesetzt. Am Freitag, 20. September entscheidet die Bundesregierung über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik. Vor diesem Hintergrund ruft die Bewegung FridaysForFuture nun auch Erwachsene auf, gemeinsam auf die Straße gehen. Motto: Alle zusammen für das Klima.

Eine Gruppierung namens „Denkfabrik Kylltal“ folgt – unterstützt von der „Wirkstatt“ in Dockweiler – dem Aufruf und wird morgen, Freitag, in Gerolstein auf die Straße gehen. Die Demonstranten sehen nicht nur die globale Entwicklung, sondern auch die regionale: „Im Amazonas vernichten wir Bäume, nicht um damit ein Haus zu bauen oder sie für ein wärmendes Feuer im Winter zu nutzen, sondern um freie Ackerflächen zu schaffen, auf denen Futter angebaut wird für Tiere, die zur Hälfte im Müll landen. In der EU sind immer noch Pestizide zugelassen, die verheerende Folgen haben. In Deutschland wird noch immer Kohle verstromt. In Rheinland-Pfalz mehr Gülle ausgebracht, als unser Grundwasser verträgt“, skizziert Josefine Engeln von der Denkfabrik Kylltal den Ist-Zustand.

Sie ergänzt: „In der Eifel werden Vulkanberge ohne Maß abgebaut. In der Verbandsgemeinde Gerolstein gibt es immer noch keinen kleinteiligen ÖPNV, der die Autos ersetzen könnte. Und letztlich wird in jedem Haushalt mehr Plastik genutzt, als wir wiederverwerten können.“ Darum sollen die Kinder und Jugendlichen der Fridays-for-Future“-Bewegung unterstützt werden. „Das hier ist das Land der Dichter und Denker. Die meisten von ihnen sind es nicht durch den Besuch der Schule am Freitag geworden, sondern durch Beobachtung von Natur.“

Christel Utters von der Wirkstatt betont: „Wir finden es wichtig, die Jugend nicht alleine die Suppe auslöffeln zu lassen, die wir mit eingebrockt haben. Wir freuen uns, dass die jungen Menschen so wach sind und auf die Missstände aufmerksam machen.“

Darum engagieren sich die mit der Wirkstatt verbundenen Frauen für die Bewegung und verweisen auf den generationsübergreifenden Aspekt. „Bereits 1972 hat der Club of Rome in seinem Bericht zur Lage der Menschheit die Grenzen des Wachstums benannt. Damals waren wir die junge Generation. Wir lasen die Berichte, hörten dazu die Meldungen. Zwar war die Lage des Klimas zu dieser Zeit weniger im Fokus als die Frage der Ressourcenknappheit. Gleichwohl stellen wir uns vor, wie sich die Erde, die ökologischen Bedingungen, die wirtschaftlichen Schwerpunkte, der Weltfrieden und die soziale Gerechtigkeit hätten entwickeln können, wenn wir damals den Mut der jungen Leute von heute gehabt hätten. Nicht ein weiteres Mal möchten wir später zu unseren Enkeln sagen müssen ‚hätten wir gut unsere Informationen genutzt und mehr Konsequenzen gezogen‘.“

Man könne auch – so die Organisatoren – in der kleinen „heilen“ Welt der Eifel viel tun, um etwas zum Guten zu bewegen. Jede und jeder könne die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen und den Konsum, das Wegwerf-Verhalten oder die Reisefreudigkeit bewusst überdenken. Es komme darauf an, „Aufgaben nicht nur ‚denen da oben‘ zu delegieren“, was nicht heißen solle, dass einzig die Menschen im Kleinen die Dinge richten. Aber: „Wenn die Basis es versteht und umsetzt, wird es weiterwirken!“

Am Freitag, 20. September, wird in Gerolstein ab 7.30 Uhr am Heimatmuseum demonstriert, in Daun treffen sich die Demonstranten nach der sechsten Unterrichtsstunde vor dem Forum.

Weitere Infos: www.denkfabrik-kylltal.de.

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