Schüler informieren sich auf der Berufsbörse in Daun über Arbeitgeber

Beruf : Arbeitgeber treffen auf künftige Azubis

Vom Global Player bis zum Mittelständler zeigen Firmen auf der Berufsinfobörse, was in Sachen Ausbildung und Studium in der Eifelregion möglich ist. Knapp 90 Aussteller und 1000 Schüler haben die Messe in der Wehrbüschhalle besucht.

Viel Platz wird gebraucht, um dem beruflichen Nachwuchs die Stärken von künftigen Arbeitgebern und Ausbildern zu präsentieren: Das Dauner Forum wurde zu klein, nun ist die Wehrbüschhalle das Mittel der Wahl. Besonders viel Raum nahm sich die Bundeswehr: Sie trat gleich mit schwerem Gerät vor dem Eingang an, mal im Cockpit des dort postierten gepanzerten Fahrzeuges sitzen war ausdrücklich erlaubt. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Zulieferer von Bundeswehr und Polizei wie Heckler und Koch auch hier vertreten wären“, sagt Oberstufenschüler Alexander Bartl aus Daun, der nicht zum ersten Mal die jährliche Berufsinfobörse besucht. „Die Organisation und die Idee der Messe finde ich toll. Aber es ist schade, dass es so viel um Ausbildung geht, mir wären Informationen zu Studienmöglichkeiten lieber.“ Er selbst will an der Uni Trier nach seinem Abitur Geschichte und Politikwissenschaft studieren.

Dabei sind, wie Organisator Joachim Nitsch vom Rotary Club erläutert, mittlerweile bereits ein Dutzend Hochschulen an der Messe beteiligt. „Es ist auch die Vorgabe für die Unterstützung solcher Veranstaltungen, dass die Angebote von klassischer Ausbildung etwa im Handwerk und Studium zusammengefasst sind. Es soll keine Konkurrenz entstehen.“ Als der Club vor 22 Jahren eine Beratungslücke in der Region erstmals mit der Berufsinfobörse füllte, gab es noch keinen Fachkräftemangel. „Der Wandel bildet sich mit der großen Bandbreite der Sparten ab, die auf unserer Messe vertreten sind. Zudem gibt es in Daun keine eigenen Veranstaltungen der Gymnasien mehr, die Kompetenzen wurden gebündelt.“

In der Tat finden es die in der Eifel ansässigen Mittelständler wichtig, dass die handwerklichen Ausbildungen nicht weiter ins Hintertreffen geraten. Zum Beispiel die Firma Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH & Co. KG aus Dohr bei Cochem: „Wir sind zum ersten Mal hier in Daun auf der Berufsinfobörse“, erläutert Personalreferentin Madeleine Wendel. „Wir bilden in den Bereichen Zerspanungsmechanik und Industriemechanik für den Maschinen- und Anlagenbau aus.“ Das 76-Köpfe starke Unternehmen ist ein echter Hidden Champion, Weltmarktführer in seiner Sparte, und bietet mit maßgeschneiderten Sondermaschinen viel Abwechslung im Job sowie ein ausgefeiltes betriebliches Gesundheitsmanagement. Eigentlich seien Betriebe wie ihrer das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: „Aber der Wettbewerb mit den bekannten Konzernen ist hart. Darum werben wir jetzt kreisübergreifend für uns als Ausbilder und hoffen, dass man uns auch in der Vulkaneifel kennen lernt.“

Der Spezialist für Technische Keramik und Kunststoff-Formteile Rauschert mit Standort in Oberbettingen und 130 Beschäftigten versteht sich ebenfalls als klassischer Mittelständler. Er bietet das Duale Studium an und geht mit Azubis wie Christopher Cramer auf Berufsinfo-Messen, auch überregional. „Niemand kann die Vorteile einer Ausbildung bei uns besser erklären als die jungen Leute selbst“, betont Personaler Lothar Meyer. Cramer zum Beispiel lernte den Betrieb dank einer Führung kennen, die er als Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums in Daun machte. Und war sofort überzeugt: „Es funktioniert, Gleichaltrigen zu erzählen, wie es bei uns läuft, das motiviert.“

Auch die Bundeswehr wirbt in Daun für sich als Arbeitgeber. Foto: Angelika Koch
Berufsinfobörse Daun 2019. Foto: Angelika Koch

Und es funktioniert für junge Menschen mittlerweile offenbar auch das Motiv, den Beruf in der Eifel ausüben zu können. Für Berit Weiler aus Meerfeld, Oberstufenschülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, ist klar, dass sie bleiben will. Sie nutzt die Chancen des elterlichen Hotelbetriebs und peilt eine Karriere im Gastronomie- und Hotelmanagement an: „Wir sind doch eine tolle Tourismusregion und werden das auch bleiben.“ Ihre Klassenkameradin Anne Kutscheid aus Lirstal findet es ebenfalls wichtig, in der Heimat bleiben zu können und hier auch sichere Perspektiven zu haben. Sie möchte in den öffentlichen Dienst oder eine Beamtenlaufbahn einschlagen.

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