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Schuften für einen Hungerlohn

Daun/Wittlich. Zwangsarbeit, harte Lebensbedingungen und menschliche Tragödien sind eng mit dem Bau der früheren Reichsautobahn und heutigen A 1/A 48 verbunden. Der Wittlicher Autor Wolfgang Schmitt-Kölzer möchte mit seinem Buch "Bau der Reichsautobahn in der Eifel" den damaligen Opfern ein Gesicht geben.

Daun/Wittlich. Wohl jeder kennt die Autobahn A1/A48 Koblenz-Trier, die den Landkreis Vulkaneifel durchschneidet, und mehr als bedeutsam für Wirtschaft und Tourismus ist. Doch weniger bekannt ist deren Entstehungsgeschichte, verbunden mit sehr viel Leid und menschlichen Tragödien.
Dies zu erforschen und der Nachwelt zu erhalten, hat sich der Wittlicher Lehrer und Erwachsenenbildner Wolfgang Schmitt-Kölzer zur Aufgabe gestellt. Seine jahrelangen Recherchen in den verschiedensten Archiven in Deutschland, Belgien und Luxemburg, die Ergebnisse vieler Gespräche mit noch lebenden Zeitzeugen, sind in seine neueste Publikation "Bau der ,Reichsautobahn' in der Eifel (1939-1941/42) - Eine Regionalstudie zur Zwangsarbeit" eingeflossen.
Anfang Oktober 1939 begannen die Bauarbeiten zwischen Wittlich und Kaisersesch. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vulkaneifel entstanden sieben Arbeitslager für fast 3000 Personen.
Der überwiegende Teil der in den Wohnlagern untergebrachten Personen war nicht freiwillig dort. Es waren meist Dienstverpflichtete, zum Teil vom Westwall abgezogen, oder ausländische Zivilarbeiter, Kriegs- und sehr viele Justizstrafgefangene der Strafanstalten Wittlich und Koblenz, darunter viele Polen und Gefangene, die vorher in den "Moorlagern" im Emsland waren. Deren Arbeits- und Lebensbedingungen waren sehr hart. Sie mussten auch bei schlechtem Wetter, bei Eis und Schnee arbeiten. Das Taschenbuch hat 368 Seiten sowie 75 Fotos und ist für 15 Euro erhältlich. avi