Schul-Start mit Schnitzel

Schul-Start mit Schnitzel

DAUN/MEHREN. Seit gestern sind die Grundschulen in Daun und Mehren Ganztagsschulen (GTS). Die einen hatten zur Feier des Tages Küche und Klassenräume für Gäste geöffnet, die anderen starteten eher leise und blieben unter sich.

Wo sonst Bälle fliegen und Seile zum Klettern herabgelassen werden, stehen lange Tischreihen. Mehr als 150 Kinder und Erwachsene haben sich zum Auftakt der GTS in Mehren in der Turnhalle versammelt, stehen geduldig Schlange bei der Essensausgabe und geben eine muntere, bunt gemischte Tischgesellschaft: Schüchterne Erstklässler, für die ohnehin noch alles neu ist, suchen zuweilen die Hand der Lehrerin oder der Mutter; ortskundige Viertklässler versorgen sich gegenseitig mit Besteck und Getränken; Eltern, Lehrer, Projektleiter, Schulräte, Bürgermeister und Ratsmitglieder reihen sich ein und loben auch den "Nachtisch", den der Chor des dritten und vierten Schuljahres ihnen in Form von zwei Liedern serviert.Um 13.05 Uhr erklärt Schulleiter Joachim Mauer die "Ganztagsgrundschule Mehren" mit der Einladung zum Mittagessen ("Die Kinder zuerst!") für eröffnet. "Es hat super geschmeckt", geben Fatme, Olga und Eileen aus der 1b nach dem Essen einmütig zu Protokoll.Christian und Lukas gehen da schon mehr ins Detail: "Das Schnitzel war so schön knusprig." Bürgermeister Werner Klöckner und Rektor Herbert Klein (ADD Trier) halten noch kurz eine Rede. Dann strömen alle nach draußen, um das neue Schild neben dem Eingang in Augenschein zu nehmen.Die anschließende Hausaufgaben- und Projektzeit findet ausnahmsweise bei geöffneten Türen statt; so können sich die Eltern und Gäste selbst ein Bild machen. Etwa davon, wie gewissenhaft Mana aus der 4a ihre Deutschaufgaben erledigt.Die Neunjährige sagt: "Ich finde gut, dass ich jetzt mit meinen Freundinnen in der Schule essen und zusammen Hausaufgaben machen und dabei auch mal die Lehrerin fragen kann." Philipp ist im dritten Schuljahr. Er löst gerade eine Rechenaufgabe und erzählt, dass er später noch zu dem Projekt "An die Farben, fertig, los!" geht. Neben ihm sitzt Finn. "Ich weiß noch nicht, ob mir die Nachmittagsschule gefällt", sagt er. "Jedenfalls schmeckt Mamas Essen besser!"Zeitgleich in Daun: Mütter, die als Betreuungskräfte für das Mittagessen verpflichtet wurden, haben die Tische im neu eingerichteten Speiseraum liebevoll mit Tischdecken, Blumen und Kerzen hergerichtet. Konrektor Harald Thome stellt die Regeln für den Tischdienst und die Tischsitten vor.Es wird ein gemeinsames Gebet gesprochen. Dann kommen auch hier - wie in Mehren von einem Ulmener gastronomischen Betrieb geliefert - Hähnchenschnitzel, Kartoffeln, Erbsen und Möhren auf den Tisch. Zum Nachtisch gibt's Eis.Es folgt die Zuweisung in die vier Hausaufgabengruppen. In einer davon sitzt Georgios. "Eine Ganztagsschule ist eine Schule, in der man zuerst zum Essen geht und dann bis vier Uhr bleibt", erklärt er ernst. "Nachher haben wir noch ein Fach, das wir uns aussuchen durften. Bei mir ist das heute Laubsägen", berichtet der Drittklässler.Hausaufgaben zusammen mit dem Freund

Niclas ist ABC-Schütze und schreibt gerade "Alo". Er findet gut, dass das erste Schuljahr zuerst essen durfte und dass er nun mit seinem Freund Mike zusammen Hausaufgaben machen kann. "Wenn ich den Lehrer etwas fragen will, muss ich flüstern", zitiert er eine wichtige Hausaufgabenregel. Kurz vor 15 Uhr packt Niclas packt seine Schulsachen ein. Dass die Projekte am ersten Tag mit etwas Verspätung beginnen, begründet der Konrektor mit den vielen neuen Ritualen, auf die seine Schule großen Wert lege.

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