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Schulmuseum bekommt neues Fachwerk

Schulmuseum bekommt neues Fachwerk

Das Schulmuseum in Immerath muss renoviert werden, weil das Fachwerk morsch ist. Die Kosten von rund 10 000 Euro übernehmen größtenteils die Verbandsgemeinde und der Kultur- und Verschönerungsverein.

Immerath. Die Stufen sind so schmal, dass man es kaum wagt, den Fuß ganz aufzusetzen. Schritt für Schritt geht es die engen Holzstiegen hinauf, an deren Ende eine dunkle Holztür auf die Besucher wartet - und dahinter eine Kammer mit Kostbarkeiten aus einer schon fast vergessenen Zeit. Denn das Immerather Schulmuseum entführt auf kleinstem Raum in das Schulleben von anno dazumal.

Vier Reihen von Schulbänken - so niedrig, dass die Knie an die Tischplatte stoßen - mit kleinen Tafeln und selbstgehäkelten Lappen stehen für die "Schüler" bereit. Rund 1000 solcher "Schüler" besuchen das Museum im Jahr. Besonders Lehrer und Schulklassen begeben sich gerne auf die spannende Zeitreise.

Regale, Vitrinen und Schränke beherbergen die alten Schätze: verblichene Zeugnisse, vergilbte Wandkarten, abgegriffene Bücher. Sie alle erzählen Geschichten vom Leben in der Eifel.

Die Illusion der Vergangenheit scheint perfekt. Nur ein schmaler Riss an der hinteren Wand des Fachwerkhäuschens deutet an, dass die Zeit nicht überall stehengeblieben ist. Im leichten Zickzack zieht er sich vom Boden bis fast hoch an die niedrige Decke. "Eine Gefahr geht davon aber noch nicht aus", sagt Annette Keßeler.

Seit fünf Jahren führt die gebürtige Immeratherin mit Leidenschaft durch das Schulmuseum, das in diesem Jahr sein 20. Bestehen feiert. Und dennoch packt sie die ersten Bücher in Kisten.

Denn noch Ende Oktober soll die Sanierung des Fachwerks beginnen. Läuft alles nach Plan, schließt das Museum laut Ortsbürgermeister Stefan Harbecke aber nicht vor Ende der Saison seine dunkle Holztür: "Wir möchten gerne genau die Winterpause bis April nutzen." In der muss allerdings einiges getan werden: Im Außenfachwerk sind Balken morsch, die in das Gebäude drücken und Risse verursachen. Deshalb müssen die einzelnen Stützen ausgetauscht und danach das Fachwerk wieder aufgebaut werden.

Rund 10 000 Euro wird das kosten. Viel Geld, dass das Museum der Verbandsgemeinde und auch dem Kultur- und Verschönerungsverein, der bei der Sanierung federführend ist, wert ist. Sie übernehmen mit jeweils 3500 Euro den größten Teil der Kosten.

Weitere 3000 Euro sollen aus Mitteln der Dorferneuerung dazu kommen.

Große Veränderungen müssen Besucher des Schulmuseums aber nicht fürchten. Auch wenn Annette Keßeler den einen oder anderen Wunsch hat: "Vielleicht wird es ein neues Regal geben." Sie hätten schließlich sehr viele Sachen, die sie gerne dauerhaft ausstellen würden. "Und ein Anstrich kann auch nicht schaden!" Daten und Fakten Das Schulmuseum Immerath in der Hauptstraße hat folgende Öffnungszeiten: April bis Oktober, donnerstags von 14 bis 17 Uhr, Gruppen auch nach Vereinbarung. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Kinder zahlen 1,50 Euro, Gruppen ab sieben Teilnehmern (Erwachsene 1,70 Euro, Kinder 1,20 Euro). Informationen und Ansprechpartnerin: im Internet unter www.immerath-vulkaneifel.de und persönlich bei Annette Keßeler, Telefon 06573/274. (gs)Extra Der Kultur- und Verschönerungsverein: Seit 2009 gibt es den Immerather Verein unter dem Vorsitz von Karin Grimm. Er hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, im Dorf Akzente zu setzen, es quasi "zu verschönern". Dabei möchten die Mitglieder schnell und unbürokratisch helfen. Das Geld für die Sanierung des Schulmuseums kommt beispielsweise aus den Einnahmen vom Backfest. Außerdem möchte der Verein Brauchtum wieder aufleben lassen. (hsc)