Schutz für ein hohes Gut

Schutz für ein hohes Gut

ÜXHEIM. Tolles Wetter, super Stimmung, viele Gäste: Die Bilanz des Doppelfestes, 111-jähriges Stiftungsfest der Feuerwehr Üxheim sowie Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Hillesheim, fällt durchweg positiv aus.

"Das ehrenamtliche Engagement der 130 Wehren im Kreis fördert stark die Dorfgemeinschaften. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Deshalb sollten die Politiker nicht nur reden, sondern auch handeln. Das alleine ist gefragt", sagte Frank Leuwer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Bürgermeisterin Heike Bohn ließ sich von der Forderung nicht aus der Ruhe bringen. Sie bedankte sich zuerst bei den über 400 aktiven Feuerwehrleuten in der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim für ihren Einsatz und deren Arbeitgeber für die unbürokratischen Freistellungen. Im vergangenen Jahr habe die VG über 45 000 Euro für Feuerwehrausrüstungen ausgegeben. Aktuell sei die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Üxheimer Wehr beschlossen worden (der TV berichtete). Weitere Fahrzeugbeschaffungen seien notwendig und die entsprechenden Zuschussanträge seien bereits vor einigen Jahren gestellt worden. Bohn versprach: "Die Sicherheit unserer Bürger ist ein so hohes Gut, dass sich hierfür jede Anstrengung und jeder Einsatz, auch finanzieller Art, auszahlt." Wehrleiter Günter Schnitzler unterstrich die Bedeutung: "Das neue Fahrzeug für die Üxheimer Wehr wird dringend gebraucht, weil es eine große Lücke in der technischen Hilfe schließt. Beim LKW-Unfall im vergangenen Jahr in Oberehe haben wir feststellen müssen, dass unsere Reserven in diesem Bereich ausgeschöpft waren." Zerstäubter Strahl spart Wasser

Außerdem lobte Schnitzler die Anschaffung von zwei Hohlstrahlrohren (Preis je 600 Euro) statt üblicher Strahlrohre (100 Euro). Mit diesen Spezialrohren werde der Wasserstrahl fein zerstäubt, was für höhere Löschleistung und weniger Wasserverbrauch (geringerer Wasserschaden) bei Wohnungsbränden stehe. Außerdem könne durch Umschaltung auf "Mannschutzbrause" sich ein Löschtrupp selbst schützen, wenn die Gefahr der Eigenverbrennung bei Einsätzen zu hoch werde. Künftig soll jede Wehr mit Atemschutzausrüstung, die als erste bei Wohnungsbränden ausrücken, mit diesen Spezialstrahlrohren bestückt werden. Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Christoph Bach berichtete über größere Feuerwehr-Projekte. In Bezug auf die Mithilfe bei der Vogelgrippe meinte er: "Die Feuerwehren sind nicht Mädchen für alles." Deshalb sei trotz Landesverordnung auf Kreisebene die Einteilung in drei Alarmstufen gemacht worden. Beim Auffinden bis zehn toter Vögel seien danach die jeweiligen Ordnungsämter und ab zehn Vogelkadavern die Feuerwehren verantwortlich. Außerdem sei mit einem 50-köpfigen Krisenstab eine Großübung bei Stromausfall in der VG Gerolstein und Teilen der angrenzenden VG Hillesheim sowie Daun simuliert worden. Als der große Stromausfall im Münsterland passierte, hatte der Kreis Daun schon den Plan für den Ernstfall in der Tasche. KFI Bach: "Wir werden Anfang 2007 gemeinsam mit den Feuerwehren und der Polizei diese Großübung wiederholen." Doch den Wehren fehlt es an Nachwuchs. Kreisjugendfeuerwehrwart Ferdi Diederichs gratulierte der Üxheimer Jugendwehr zum zehnjährigen Bestehen und meinte: "Jugendarbeit steht für wahre Freude und lohnen den Einsatz." Elke Trierscheid von der Üxheimer Jugendwehr sagte: "Es ist schwer, neue Mitglieder zu finden, weil wir in starker Konkurrenz zu den Sportvereinen stehen." Außerdem stehe sie als weibliche Betreuerin als Vorbild für Mädchen, dass Frauen in der Feuerwehr gebraucht werden und das Engagement Spaß mache. Alois Reinartz, Bürgermeister der Großgemeinde Üxheim, sowie Martin Manheller, Leiter des Forstamtes, dankten den Wehren für ihre hohe Einsatzbereitschaft zum Wohle der Allgemeinheit. Der Festakt wurde musikalisch umrahmt vom Musikverein Leudersdorf und dem Gesangverein Eifelklang. Außerdem wurden für die Kinder viele Spiele angeboten, und rund um den Gierschberg fand der traditionelle Trödelmarkt statt.