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Schwacher Samstag, starker Sonntag

Schwacher Samstag, starker Sonntag

DAUN. Frisch war es, aber Hauptsache trocken: Frühlingsfest, Vulkanmarkt, verkaufsoffener Sonntag und große Automobilschau beherrschten das Wochenende in der Kreisstadt.

Für eineMenge Aufregung sorgte besonders der Vulkanmarkt in diesem Jahr.Trotz der angekündigten Nichtteilnahme der Interessengemeinschaft(IG) Marktkaufleute präsentierte der neue Veranstalter AndreasMudring ein umfangreiches Markt-Sortiment. "Das ist ja fast wieder Laurentiusmarkt", beschrieb Besucher Werner Lenarz ausBoxberg seine Markteindrücke. In Konkurrenz mit Ulmen und Adenau

Waren es am Samstag rund 75 Händler, die aus dem Rheinland und sogar von noch weiter angereist waren, standen am Sonntag fast 100 Verkaufsstände in der Innenstadt. Von Sonnenbrillen, Gemälden, Kachelöfen, Schmuck und Kleidung, Fischbuden, Obst- oder Spielzeugstände bis zu zwei Marktschreiern, die Käse und Würstchen feilboten, war alles vertreten.

Über 800 Plakate in der Region Trier und den Nachbarländern Luxemburg und Belgien sowie weitere Werbung hatte der Veranstaltungsservice Mudring aufgeboten, um die Besucher nach Daun zu locken. Nicht ganz einfach, denn auch in Ulmen und Adenau waren gleichzeitig verkaufsoffene Sonntage. "Komplett ausgebucht", vermeldete trotzdem Andreas Mudring. Gleichzeitig war er aber noch sauer über das, was in den vergangenen Wochen passiert war. Auf den Vorsitzenden der IG Marktleute, Michael Brämisch, war er nicht gut zu sprechen. "Das ist traurig gelaufen hier und ist auch für die Stadt nicht gut. Sogar in Köln wurden wir von Händlern darauf angesprochen, was hier los ist. Sie wollten nicht hierher kommen. Insgesamt haben wir hier ein schlechtes Image bekommen", bilanzierte er das Hickhack um die Veranstaltung.

Mit Freude konstatierte er, dass auch drei Händler der IG dabei waren. Die anderen Händler, die teilweise weite Anfahrten hatten und in Daun übernachten mussten, kannten nur teilweise das Theater um den Vulkanmarkt. Auf anderen Veranstaltungen von Mudring bezahlen sie auch normalerweise zwölf Euro für den laufenden Meter. Sie sind entsprechend zufrieden mit jetzt acht Euro Standgeld. "Das ist fair", sagt Peter Ashoff aus St. Goar. Die Prognose der IG Marktleute, dass es sich für die Händler nicht lohne, den Vulkanmarkt auch am Samstag zu veranstalten, wurde allerdings bestätigt.

Bei fast allen Standbetreibern rief die Frage nach dem Umsatz am Samstag traurige und enttäuschte Gesichter hervor. Lediglich in der Nähe der Kirmes war die Frequenz an den Ständen gut, aber der Umsatz ließ doch zu wünschen übrig. In der Wirichstraße gab es deswegen sogar bei einigen Händlern Proteste. "70 Cent habe ich in fünf Stunden eingenommen, jetzt ist Schluss", sagte Sabine Dorscht am Samstag um 15 Uhr und packte ihre Sachen zusammen. Ihre Schwester Karin Wietzorek nebenan, die noch gar nichts verkauft hatte, war ebenso wütend. "Hier läuft ja gar nichts. Wenn wir wenigstens einen anderen Platz oben in der Nähe der Kirmes hätten. Ich bezahle doch hier kein Standgeld für nichts. Der Veranstalter hätte doch diejenigen Händler, die nur am Sonntag kommen, hierhin setzen können, aber das sind ja seine Leute."

In diese Kerbe schlug auch ihr Nachbar Stefan Schumann aus Wetzlar: "Ich komme mir hier vor wie ein Dritte-Klasse-Händler. Man hätte uns mindestens einen Preisnachlass in dieser Straße gewähren müssen oder einen Platz woanders geben können. Denn Platz ist ja noch woanders vorhanden."

Die Kritik an seine Adresse wies Andreas Mudring jedoch von sich: "Die leeren Flächen sind von den Dauner Geschäftsleuten gemietet und können deshalb nicht vergeben werden". Wenig Besuch gab es am Samstag auch bei den Kinderattraktionen (Ponyreiten, Zauberer und Bungee-Trampolin) sowie bei den Automobilhändlern.

Der Sonntag war durchweg sonnig und bescherte auch den Händlern und Automobilausstellern endlich genug Kundschaft. Die Einzelhandelsgeschäfte waren gut besucht, viele Einheimische und Gäste bummelten durch die Straßen.