Schwarze Löcher

Wenn der Allerwelts- und Weltallexperte Joachim Bublath im Fernsehen physikalische und andere schwer zu verstehende Phänomene beschreibt, hebt sich seine Tonlage bedeutungsschwer. Unter vollem Stimm- und Körpereinsatz erklärt er, was er womöglich selbst nicht immer versteht.

Beispiel: Schwarze Löcher. Obwohl der Name darauf hinweist, haben Schwarze Löcher nicht immer mit dem Verhalten und Finanzgebaren von CDU-Politikern zu tun. So viel weiß ich noch: Wenn ein Stern über uns nicht mehr genug Schmackes hat, löst er sich auf und stürzt in sich zusammen. Dabei entsteht ein Schwarzes Loch, das unersättlich alles Umgebende in sich hineinsaugt und verschwinden lässt. Tante Klara, 85 Jahre alt, scheint das als Einzige von uns verstanden zu haben. Sie erklärt uns das Schwarze Loch so: "Stellt euch den Kreis Daun vor. Der hat zu wenig Geld, löst sich bald auf und verschwindet dann. Wie am Kreishaushalt zu erkennen ist, ist das Schwarze Loch schon da. In seinem Schlund sind bereits größere Beträge verschwunden. In diesem Jahr werden es weitere fast 15 Millionen Euro sein, die dem Kreis fehlen." Apropos Kreis-Defizit. Walburga hat ausgerechnet: "Wenn jeder Kreiseinwohner, als milde Gabe und möglichst steuerlich absetzbar, etwa 230 Euro aus seiner Privatschatulle an die Kreiskasse überweisen würde, gäbe es kein Defizit von fast 15 Millionen Euro. Das sind ungefähr 63 Cent pro Tag, eigentlich nicht der Rede wert." Walburga, wie viele Frauen bekennende Anhängerin des Landrats, vermutet hinter der ganzen Defizit-Debatte eine schlaue Onnertz-Taktik: "Der Kreis Daun vergrößert sein Defizit und häuft noch mehr Schulden an. Bei der kommenden Gebietsreform will uns deshalb niemand haben und der Kreis Daun bleibt bestehen!" Ob die Rechnung wohl aufgeht, fragt sich

Mehr von Volksfreund