Schwimmen, sonnen, schlemmen: Gerolstein will ungenutzte Räume im Hallenbad sanieren

Schwimmen, sonnen, schlemmen: Gerolstein will ungenutzte Räume im Hallenbad sanieren

Offensive: Seit zwei Jahren stehen Räume im Gerolsteiner Hallenbad leer, die zuletzt als Fitnessstudio genutzt wurden. Nun ist die Kommune bereit, 100 000 Euro in die Hand zu nehmen, um sie grundlegend zu sanieren. Zugleich sucht sie einen neuen Mieter - am liebsten einen Gastronomen.

Gerolstein. Eine Portion Pommes, eine Bratwurst, was zu trinken und ein Eis bekommt man im Gerolsteiner Freibad immer - dank der Bude von Elisabeth Heinrichs. Oder wie sie es sagt: "Satt habe ich noch jeden bekommen." Seit sechs Jahren betreibt sie den Imbiss - das einzige gastronomische Angebot für die Schwimmbadgäste. Das könnte sich künftig ändern.
Den Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Gerolstein, die Eigentümerin des Hallen- und Freibadkomplexes ist, schwebt nämlich etwas anderes vor: Sie wollen für die seit rund zwei Jahren leer stehenden Räume innerhalb des Hallenbads einen Gastronomen als Mieter gewinnen. Elisabeth Heinrichs müsste dann mit ihrem Imbisswagen weichen.Bereit, zu investieren


Die VG ist nun offenbar bereit, zu investieren. Denn die rund 220 Quadratmeter großen Räume, die jahrelang gewerblich genutzt wurden, zuletzt als Fitnessstudio, bedürfen zuvor einer grundlegenden Sanierung. "Seit Jahresbeginn diskutieren wir im zuständigen Zuschuss, was mit den Räumen passieren soll. Jetzt ist die Bereitschaft da, Geld in die Hand zu nehmen", sagt Hans-Josef Hunz, Büroleiter im Gerolsteiner Rathaus. Er beziffert die Sanierungskosten auf "knapp sechsstellig". Also 100 000 Euro. Es soll aber nicht sofort mit den Arbeiten begonnen, sondern zunächst einmal Ausschau nach potenziellen Mietern gehalten werden, denn: "So können wir bei den Arbeiten in einem auf besondere Wünsche des neuen Nutzers eingehen", sagt Hunz.
Favorisiert wird eine Vermietung an einen Gastronomen. "Das wäre die optimale Lösung, da davon auch das Bad und die Badegäste profitieren würden", sagt Hunz - und ist mit dieser Einschätzung auf einer Linie mit Elfriede Grewe. Die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft BVB, in deren Verantwortung das Gerolsteiner Bad seit mehr als zehn Jahren liegt, sagt: "Eine ganzjährige Gastronomie dort wäre die beste Lösung. Daher bin ich froh, dass die Kommune nun mit der Sanierung die Grundvoraussetzung dafür schaffen will. Aber auch wasser- oder sportaffine Angebote würden gut passen."Sauna kommt nicht infrage

Foto: (e_gero )
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Eine Idee, die ebenfalls diskutiert worden ist, wird aber mit Sicherheit nicht realisiert werden: eine Sauna. "Das wäre zwar toll und würde passen. Das können wir uns aber nicht leisten", sagt Hunz, obwohl dafür noch keine Kostenberechnungen erstellt wurden. "Das ist so abwegig, da sparen wir uns lieber die Planungskosten."
Bis Ende des Jahres will die Kommune nun auf die Suche nach Interessenten gehen. Falls sich niemand meldet oder es nicht zu einer Einigung mit einem potenziellen Mieter kommt, wird noch eine andere Lösung in Erwägung gezogen: Die Flächen könnten für das Hallenbad selbst zur Verfügung gestellt werden - als Ruhe- oder Liegezone oder als Spielbereich für Kinder. Hunz gibt aber zu bedenken: "Es ist allerdings fraglich, ob das wirtschaftlich Sinn macht. Denn wegen solch ergänzender Einrichtungen wird wohl kaum ein Besucher mehr in das Bad kommen. Ein Spaßbad wird das Hallenbad dadurch ja nicht."
Elisabeth Heinrichs jedenfalls sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen, denn sie hängt nach eigenem Bekunden sehr an ihrem Schwimmbad-Job. "Ich wäre schon traurig, wenn ich aufhören müsste, denn ich mag das hier sehr. Aber klar ist auch: Zwei Anbieter tragen sich im Bad auf keinen Fall."
Interessenten werden gebeten, sich mit der Verbandsgemeindeverwaltung in Verbindung zu setzen. Ansprechpartner: Hans-Josef Hunz, Telefon 06591/13110, Mail: hans-josef.hunz@gerolstein.de

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