Sehen, staunen, lernen

Vulkane haben das Gesicht der Vulkaneifel entscheidend geprägt. Drei Museen in der Region, das Eifel Vulkanmuseum in Daun, das Maarmuseum in Manderscheid und das Vulkanhaus in Strohn zeigen den Gästen eindrucksvoll die Entstehung und die Vorgänge rund um den Vulkanismus.

Daun/Manderscheid/Strohn. Wer in die Vulkaneifel als Gast kommt, will nicht immer nur wandern oder Rad fahren. Viele Gäste interessieren sich auch für die geologische Geschichte der Region und dafür sind das Eifel-Vulkanmuseum in Daun, das Maarmuseum in Manderscheid und das Vulkanhaus in Strohn geradezu prädestiniert.
Hier werden geologische Zusammenhänge interessant und vielfältig präsentiert, sodass jeder den Vulkanismus verstehen kann. So wie im Maarmuseum Manderscheid, das Mitte 1999 eröffnet wurde und inzwischen 274 000 Besucher hat und auch das einzige Geo-Museum in der Eifel ist, das ganzjährig geöffnet hat.
2015 und 2016 kamen rund 11 000 Gäste jährlich. Highlight der Ausstellung sind natürlich das berühmte Urpferdchen und andere Fossilien, besonders aus dem nahen Eckfeld. Aber auch das von innen begehbare Großmodell eines Maares mit integrierten audiovisuellen Darstellungen sowie der Terranaut, der visuell eine Reise in das Innere der Erde ermöglicht, faszinieren die Besucher.
Schnecken, Käfer, Schaben


Im Moment werden auch lebende Urwald-Insekten, tropische Schnecken, Käfer, Schaben und Tausendfüßler gezeigt, die viel Interesse besonders bei Schulklassen finden. Museumsleiter Dr. Martin Koziol freut sich über die Resonanz zum Museum, würde sich aber "gerne mehr Besucher" wünschen.
"Es ist heutzutage deutlich schwerer, die Leute ins Museum zu bekommen, sie über die Schwelle zu bekommen. Wenn sie drin sind, sind alle ziemlich begeistert, gerade weil wir viel Wert auf die Details legen und versuchen uns zu steigern, indem wir unsere Angebote ergänzen, flexibler reagieren und versuchen, andere Wege zu gehen", sagt Koziol, der auch Geo-Exkursionen ("Die sind schon immer ein Selbstläufer") anbietet und ab März 2017 eine große Eifel-Mineralien-Ausstellung.
In der Kreisstadt Daun als Zentrum der Vulkaneifel mit seinen berühmten Maaren ist das Eifel-Vulkanmuseum seit Ende 1996 der Anziehungspunkt für Besucher. "Für die Kinder ist unser Vulkan immer noch die beliebteste Fußpumpe im ganzen Landkreis. Das ist für sie das absolute Highlight, wenn die Magma im Schlauch aufsteigt, und es dann oben mächtig raucht", sagt Heinz-Peter Hoffmann von der Kreisverwaltung Vulkaneifel, in deren Trägerschaft das Vulkanmuseum steht.
Aber auch die interaktive Vulkan-Weltkarte sei sehr gefragt, so Hoffmann. Bis jetzt besuchten rund 300 000 Gäste das Eifel-Vulkanmuseum, das nur von März bis Oktober geöffnet ist. "Die Besucherzahlen, die wir in den ersten Jahren hatten, die haben wir heute aber nicht mehr, obwohl wir eine traumhafte Lage in der Stadt direkt neben der Touristinfo und dem Forum haben. In den vergangenen Jahren kamen rund 11 000 Besucher jährlich. Früher waren es 20 000. Das hat seinen Grund darin, dass es hier in relativ räumlicher Nähe mit Daun, Strohn und Manderscheid ein zu großes Angebot an drei ähnlichen Museen gibt. Das hat eben zu einem Rückgang der Besucher geführt", argumentiert Hoffmann.
Das Dauner Museum ist nach 20 Jahren aber auch "in die Jahre" gekommen, doch wann die Zeit da ist, es zu renovieren und inhaltlich zu erneuern, das steht in den Sternen. Einen fachlichen Leiter hat das Eifel-Vulkanmuseum übrigens auch nicht, es wird von der Abteilung Zentrales, Finanzen und Kultur der Kreisverwaltung über Teilzeitkräfte gesteuert.
2002 wurde das Vulkanhaus in Strohn eröffnet. Berühmtester Blickfang und Grund für die Realisierung des Strohner Vulkanhauses ist die riesige Lava-Spaltenwand, die im nahen Wartgesberg gefunden wurde. Aber auch sonst zieht das Vulkanhaus seine Besucher in den Bann mit vielen Attraktionen.
Inzwischen haben mehr als 200 000 Gäste das Museum besucht, die Besucherzahlen sind allerdings leicht rückläufig. "2015 hatten wir 11 000 Besucher. Ich denke, wir werden 2016 leichte Rückgänge von fünf bis zehn Prozent hier haben, obwohl die Gästezahlen in der Eifel ja gestiegen sind", erklärt Heinz Martin, Bürgermeister der Gemeinde Strohn.
Ein anderer Aspekt ist das hohe Defizit des Museums. Hier soll entgegengewirkt werden "allerdings in einer vernünftigen Art und Weise", wie Martin sagt. Räumlich wird sich im Vulkanhaus nichts ändern.
"Wir werden die Erklärungen mehrsprachig mittels QR-Codes machen, die die Besucher mit dem Handy dann scannen können. Grundsätzlich werden wir 2017 das Museum modernisieren und mehr Multimedia einsetzen, im Winter werden wir aktiv ins Marketing einsteigen", sagt Martin.

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