Seilschaft für mehr Sicherheit am Burgberg

Daun · Großbaustelle Burgberg: Dort werden im Auftrag der Stadt und der evangelische Kirchengemeinde Daun Teile der Felsen gesichert und die Burgmauer saniert. Die Kosten belaufen sich auf rund 135 000 Euro.

Daun. Ein strammer Wind fegt über den Burgberg, und es wäre sicher nicht jedermanns Sache, bei diesen Bedingungen an der Burgmauer zu hängen, um dort Löcher zu bohren. Aber für die Mitarbeiter der Firma Schmitt aus dem saarländischen Mandelbachtal ist das Routine. Schließlich gehört Felssicherung zu den Aufgaben des Unternehmens.
Beauftragt worden ist es von der Stadt Daun, nachdem Lücken im Fels unterhalb der Burgmauer entdeckt worden sind. Lücken, die dafür gesorgt haben, dass sich einige der Anwohner Sorgen um ihre Sicherheit gemacht haben.
Nicht ohne Grund: Denn eine eingehende Untersuchung durch das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) hat ergeben, dass ein Abstürzen größerer Felspartien "nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen" werden könne. Und speziell für das Haus Nummer 12 in der Straße Waldenbungert (die teilweise unter dem Burgberg entlang führt) gebe es eine "konkrete Gefahrensituation".
Deshalb sind die Experten aus dem Saarland vergangene Woche angerückt, um den Fels in diesem Bereich zu sichern. Zunächst ist der betroffene Abschnitt von Bewuchs befreit worden, um die Situation besser einschätzen zu können.
Am Burgberg-Plateau hat es zuletzt 1993 nach einem Steinschlag größere Felssicherungs-Maßnahmen gegeben. Dabei waren ein Drahtgeflecht und Schutzplankenbarrieren am Fels installiert worden. "Und diese werden auch bleiben können", sagt Benedikt Orlowski von der Firma Schmitt, "wir spannen allerdings ein neues Netz darüber."
Um das zu befestigen, sind 65 Bohrlöcher markiert worden. Genug zu tun also für die Arbeiter, denn es dauert gut eine Stunde (mit Vorbereitungen), bis ein Loch gebohrt ist.
In der Regel wird es mindestens drei Meter tief, "aber manchmal müssen wir auch bis zu fünf Meter in den Fels", erläutert Orlowski. In die Löcher kommen Nägel, aber keine, die man aus dem Hausgebrauch kennt. Sie sind drei Meter lang und haben ein Gewinde.
Eine langfristige Lösung


Das Sicherungsnetz wird anders als zunächst geplant um einige Meter weiter verlängert. "Als langfristige Lösung", begründet Matthias Brauns, Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Daun, die Änderung. Das Bohren ist nicht nur gut zu hören, sondern verursacht auch eine Menge Staub. Das häufige Kehren und Putzen ist für Ute Rolle, die mit ihrem Mann im Waldenbungert 12 wohnt, aber kein Problem.
"Wenn nach Abschluss der Arbeiten die Felsen gesichert sind und unser mulmiges Gefühl verschwunden ist, ertragen wir Lärm und Staub gern." Etwas Geduld wird sie auch noch haben müssen, denn die Arbeiten werden voraussichtlich noch bis Ende November dauern.
Wenige Meter entfernt von der Stelle, wo die Löcher für das Sicherungsnetz gebohrt werden, sind weitere Handwerker im Einsatz. Sie bohren allerdings nicht, sie sanieren die Burgmauer im Bereich der evangelischen Kirche. Die Kirchengemeinde wird rund 75 000 Euro, die Stadt rund 60 000 Euro für die Arbeiten zahlen müssen.