Seit 100 Jahren hat Gerolstein ein Krankenhaus

Seit 100 Jahren hat Gerolstein ein Krankenhaus

Das Gerolsteiner St.-Elisabeth-Krankenhaus wird heute 100 Jahre alt. Am 19. November 1912 wurde das erste Krankenhaus der Stadt eingeweiht. Bis 1960 diente das Gebäude an der Raderstraße Kranken und Verletzten als Anlaufstelle. Danach hat ein Neubau die Funktionen übernommen.

Historische Ansicht: Das alte Gebäude wurde bis 1960 als Krankenhaus genutzt. Foto: Archiv Krankenhaus Gerolstein.

Gerolstein. Wenn heute über das Gesundheitswesen debattiert wird, klingt das wie ein Jammern auf hohem Niveau - zumindest im Vergleich zur medizinischen Versorgung vor mehr als 100 Jahren. Die gab es nämlich so gut wie gar nicht. Besonders deutlich wurde das bei einem Bahnunglück von 1897 bei Pelm. Zehn Tote und 40 Verletzte waren die Folge. Das nächstgelegene Krankenhaus war damals in Daun. Auch beim Bau der Eisenbahn zwischen Gerolstein und Hillesheim von 1908 gab es für Verletzte keine Versorgung in der Nähe.
Das gab den Anstoß für den Gerolsteiner Stadtrat, ein eigenes Krankenhaus bauen zu lassen. 100 000 Mark kostete der Bau, und für die Pflege schloss die Gemeinde einen Vertrag mit den Franziskanerinnen aus Waldbreitbach. 25 Betten in zehn Krankenzimmern sowie eine Isolierstation mit sechs Betten machten den Anfang.
Als die Eifel mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 zum Aufmarschgebiet wurde, mussten vor allem Soldaten gepflegt werden. Das Gerolsteiner Krankenhaus wurde als Genesungsheim an das Bitburger Reservelazarett und an das Dauner Rote Kreuz angegliedert. 1920 hielt mit dem ersten Röntgengerät moderne Medizintechnik Einzug.
Der Zweite Weltkrieg brachte für Gerolstein und sein Krankenhaus die schlimmste Zeit. Nach wochenlangen Bombenangriffen war die Stadt fast komplett zerstört - rund 300 Menschen waren getötet worden. Das Krankenhaus musste nach einem der letzten Angriffe am 21. Januar 1945 geschlossen werden, weil es zu stark beschädigt war. Nach dem Krieg konnte es zwar wieder aufgebaut werden, erwies sich aber bald als zu klein. Im Oktober 1960 wurden die Patienten in den Neubau am heutigen Platz verlegt. Das alte Haus wurde als Standortverwaltung der Bundeswehr genutzt und ist heute Privatbesitz.
Das aktuelle St.-Elisabeth-Krankenhaus ist mit 178 Betten breit aufgestellt : Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Intensivmedizin/Anästhesie, sowie die Erwachsenenpsychiatrie sind die Standbeine des Hauses. Gemeinsam mit den Krankenhäusern in Bitburg und Neuerburg bildet es den Verbund Marienhaus-Klinikum Eifel.