Seit fünf Jahren gibt es in Bolsdorf ein Heimatmuseum – erdacht, restauriert, eingerichtet und geführt von ehrenamtlich tätigen Männern.

Ehrenamt : Ehemalige Feuerwehrmänner brennen für ihr Museum

Im Hillesheimer Stadtteil Bolsdorf gibt es ein Heimatmuseum – erdacht, restauriert, eingerichtet und geführt von Ehrenamtlern. An Ostersonntag beginnt die neue Saison.

Wenn die Ortsvorsteherin Josefine Engeln von „Männ, die ze jebrouchen sinn“ spricht, meint sie die Museumsgruppe, die sich aus der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr des Hillesheimer Stadtteils Bolsdorf gebildet hat. „Toll, was ihr geschafft habt“, sagt sie mit Blick auf das, was neun tatkräftige Männer, heute zwischen 65 und 78 Jahren, seit 2011 ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben und wofür sie – um beim Feuerwehrjargon zu bleiben – auch weiterhin brennen.

Mit Helmut Schmitz als Vorsitzendem (er war vor Josefine Engeln 30 Jahre Ortsvorsteher in Bolsdorf) haben Herbert Brand, Manfred Cornesse, Paul Dostert, Hermann Fink, Ludwig Hofmann, Alois Schmitz, Alois Schnitzler und Jörg-Peter Weiß die Idee eines kleinen Heimatmuseums in einer ehemaligen Feldscheune am Bolsdorfer Bach entwickelt. Haben das Gebäude mit Mitteln der Stadt Hillesheim und der Dorferneuerung, mit Spenden, aber vor allem mit Eigenleistung renoviert und es mit viel Gespür für die Bewahrung vergangener Zeiten ausgestattet. Im September 2013 war die Eröffnung, doch Stillstand herrscht seitdem keineswegs.

So hat die Museumsgruppe in der jüngsten Winterpause eine Aktion gegen den Holzwurmbefall im Gebälk und am Inventar unternommen. So sind mit Unterstützung von Klaus Schreiber und Wilfried Weber mehr als 2000 Dias digitalisiert worden, die zum größten Teil aus dem Nachlass des aus Bolsdorf stammenden Priesters Josef Dissemond (1932 – 2013) stammen und nun den Grundstock für ein Archiv „Dorfgeschichte“ bilden.

So sind auch jetzt in der Karwoche die „Männ“ in Aktion, damit an Ostersonntag als dem ersten Museumstag dieses Jahres (siehe Info) alles tipptopp ist und die Besucher in den zwölf Abteilungen auf Entdeckungsreise gehen können. Etwa in der kompletten, ehemals in Betteldorf ansässigen Schusterwerkstatt oder unter landwirtschaftlichen Gerätschaften wie Flegel, Stiftendrescher und Pflug.

Ausgestellt sind Stellmacher- und Schmiedewerkzeuge, Kinderspiel- und Schulsachen, Bügeleisen, Registrierkasse, Schreibmaschine und Zentrifuge. Ein Schlafzimmer und eine Küche sind eingerichtet, eine Ecke ist der Volksfrömmigkeit gewidmet, eine andere dem Feuerwehrwesen.

Bei dem Rundgang in sachkundiger Begleitung eines Mitglieds der Museumsgruppe erfährt der Besucher die Geschichte eines Tornisters, den ein inzwischen 94-Jähriger aus Neuss stiftete. Der Mann hatte den Tornister getragen, als er 1945 als Soldat auf dem Rückmarsch durch Bolsdorf gekommen war.

Und schließlich gibt es eine Kostprobe aus dem Koffergrammophon – beim TV-Besuch: Freddy Quinns „Schön war die Zeit“.

Bei aller Begeisterung der „Männ“ gibt es einen einzigen Wermutstropfen. „So gut wie jeder Besucher bedauert, dass es kein einziges gastronomisches Angebot in Bolsdorf gibt“, erklärt Helmut Schmitz. „Daher wären wir für jede Idee und Initiative diesbezüglich dankbar“, sagt er.

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