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Seit rund 25 Jahren engagieren sich Frauen in der freiwilligen Feuerwehr

Einsatzkräfte : Noch in der Minderheit: Frauen in der Feuerwehr

Eine Institution, auf die man nicht verzichten möchte, ist die freiwillige Feuerwehr. Seit rund 25 Jahren engagieren sich heute auch Frauen in der einstigen Männerdomäne.

Viele Feuerwehren blicken auf eine weit über hundertjährige Geschichte zurück. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts nahmen die Menschen die Brandbekämpfung selbst in die Hand, um sich nicht auf Obrigkeiten verlassen zu müssen. So entstand auch bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in vielen Städten und Dörfern im heutigen Vulkaneifelkreis diefFreiwillige Feuerwehr, die inzwischen im Kreisfeuerwehrverband (KFV) zusammen geschlossen sind. „Im Vulkaneifelkreis gibt es den Verband seit 1980“, sagt der Vorsitzende Udo Cornesse. Der KFV hat derzeit 2256 aktive Feuerwehrleute in 123 Wehren (siehe Extra).

Zwar habe sich die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen zehn bis 20 Jahre leicht verringert, „aber wir können im Kreis Vulkaneifel noch einen positiven Stand festhalten. Gut funktionierende Bambini- und Jugendfeuerwehren halten den Nachwuchs noch aufrecht“. Zu den größten Wehren zählt die Feuerwehr Daun, gefolgt von Gerolstein, Hillesheim und Kelberg.

Die kleinsten Feuerwehren gibt es in Trittscheid (VG Daun) und Kopp (VG Gerolstein). Der leichte Mitgliederschwund sorgte allerdings auch auch in der Vulkaneifel dafür, „dass bereits mehrere Feuerwehren zu sogenannten Ausrückegemeinschaften zusammengelegt worden sind, um die Tagesalarmbereitschaft in den kleineren Orten zu gewährleisten“, sagt Cornesse. Was ursprünglich nur Männern vorbehalten blieb, hat sich seit mehr als 25 Jahren verändert. Denn damals haben sich erstmals auch Frauen zur Freiwilligen Feuerwehr gemeldet, „was nicht in allen Feuerwehren gerne gesehen war, da viele Männer dachten, Frauen seien den körperlichen Herausforderungen nicht gewachsen“, sagt Cornesse. „ Das hat sich aber schnell gelegt, so dass heute die Frauen zum normalen Alltag zählen.“

Das bestätigt auch der stellvertretende Wehrleiter Frank Stolz aus Gillenfeld: „Viele ältere Männer sahen das nicht gerne, weil zum einen eine Männerdomäne durchbrochen wurde und zum anderen an der körperlichen Kraft der Frauen gezweifelt wurde.“ Das habe sich aber heutzutage verändert, „die Technik ist so weit fortgeschritten, dass körperliche Kraft keine Einschränkungen darstellt, die Frauen sind heute absolut gleichberechtigt“.

Bisher engagieren sich sechs Frauen in der Feuerwehr Gillenfeld, eine davon ist Christiane Rauen, die aufgrund der Corona-Pandemie noch keine Grundausbildung absolvieren konnte. „Nachdem ich wieder nach Gillenfeld zurück gekehrt war, wollte ich mich in der Dorfgemeinschaft engagieren“, sagt Christiane Rauen. Was für sie naheliegend war: die Feuerwehr. Denn die 54-Jährige ist ausgebildete Notfallsanitäterin und arbeitet als Ressortleiterin beim DRK in Mainz, wo sie auch den Rettungsdienst ausbildet. „Dabei entwickelt man im Laufe der Zeit wohl so eine Art Helfersyndrom“, sagt sie, was wiederum auch ein Grund war, der Feuerwehr beizutreten.

Zudem ist sie in der Lage, im Notfall auch medizinische Hilfe leisten zu können. Seit einem Jahr ist Christiane aktives Mitglied in der Gillenfelder Wehr und hat eben wegen der fehlenden Grundausbildung noch an keinem Einsatz teilnehmen können. Aber an verschiedenen Übungen, nachdem sie, auch wegen Corona, lange auf ihre Schutzkleidung warten musste. Gelernt hat Christiane Rauen inzwischen, wie die Pumpen funktionieren, wie man Löschwasser aus dem Bach pumpt oder den Schlauch ausrollt.

Ebenso hat sie die Ausstattung der Fahrzeuge kennen gelernt. „Und nun hoffe ich, dass ich noch in diesem Jahr die Grundausbildung machen kann“, sagt die Notfallsanitäterin, die wohl auch wegen ihres Jobs geradezu prädestiniert für die Arbeit in der Feuerwehr ist.