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Seniorenbeirat Gerolstein informiert zu Enkeltrickanrufen und Mobilität

Gesellschaft : Gerolsteiner Seniorenbeirat nimmt die Arbeit auf

Der neue Seniorenbeirat in der VG Gerolstein will der Adressat für Belange älterer Mitbürger sein. Ein Thema: Wie umgehen mit Enkeltrick- und Shockanrufen?

Die Einrichtung des Seniorenbeirats wurde vom Verbandsgemeinderat im vergangenen September beschlossen, inzwischen wurden Vorstand und Beirat gewählt und haben sich auch bereits bei einer Ortsbürgermeisterdienstbesprechung vorgestellt, berichtet der Vorsitzende Ewald Hansen. Denn: Die Bürgermeister der Gemeinden seien die erste Anlaufstelle für Sorgen, aber auch die Adresse für Verbesserungsvorschläge der Senioren. „Das sind unsere Kontaktpersonen, wir wollen zwischen den älteren Mitbürgern und der Verbandsgemeinde vermitteln“, sagt Hansen, selbst Bürgermeister des Ortes Reuth und Dritter Beigeordneter der VG Gerolstein.

In einer ersten Vorstandssitzung sei ein vorläufiger Themenkatalog aufgestellt worden: „Zum einen wollen wir im Hinblick auf Enkeltrick- und Schockanrufe mit der Präventionsstelle der Polizei zusammenarbeiten“, teilt Hansen mit. „Das Thema ist leider immer wieder aktuell.“ Aufklärung dazu, wie sich Senioren in diesen Situationen verhalten sollten, will der Beirat künftig regelmäßig im Amtsblatt publizieren. Ein anderes großes Thema sei die Mobilität im Alter. Beispielsweise sollen der Bedarf des VG-Bürgerbusses in den Orten abgefragt und die Möglichkeiten, Mitfahrerbänke in den größeren Orten der VG aufzustellen, geprüft werden. „Hierzu hatten wir bereits ein Gespräch mit Gerolsteins Stadtbürgermeister Uwe Schneider. Er hat Zustimmung signalisiert“, sagt Hansen.  Auch finanzielle Unterstützung sei in Sachen Mitfahrerbank in Sicht. „Es hat sich ein Spender gemeldet.“

Eine weitere Idee, die dem 21-köpfigen Gremium des Beirats noch nicht vorgelegt worden sei, ist die Einführung eines Senioren-Tickets im Verkehrsverbund Region Trier. „Auch darüber werden wir sicherlich beraten und, wenn es soweit ist, einen Antrag an den VG-Rat stellen“, kündigt Hansen an. Es gebe gute Beispiele aus europäischen Ländern, in denen Senioren den Öffentlichen Personennahverkehr kostenlos nutzen dürften.

Dazu sagt VG-Bürgermeister Hans Peter Böffgen: „Sollte der Seniorenbeirat einen solchen Antrag beschließen, werden wir uns als Verbandsgemeinde damit selbstverständlich sachlich auseinandersetzen und ihn wohlwollend prüfen.“ Ob sich solch ein Antrag organisatorisch und finanziell umsetzen ließe, könne er gegenwärtig aber nicht beurteilen, fügt Böffgen hinzu. Grundsätzlich aber freue er sich, dass die Gründung eines Seniorenbeirats auf Verbandsgemeinde-Ebene gelungen sei. „Wir hoffen, dass die neue Interessenvertretung dazu beiträgt, Einrichtungen und Angebote in unserer VG seniorengerechter zu gestalten“, sagt der Bürgermeister. Das Budget von 8000 Euro sei im Haushaltsplan 2022 veranschlagt und stehe dem Seniorenbeirat nach der Genehmigung durch die Kreisverwaltung zur Verfügung.

„Der Beirat sammelt die Anliegen der Seniorinnen und Senioren und kann sie als Antrag in den Verbandsgemeinderat einbringen“, heißt es auf der Website der VG Gerolstein. Alle Städte und Gemeinden seien deshalb aufgerufen, Ansprechpartner vor Ort zu benennen. Nur so könne ein Netzwerk im Sinne älterer Mitmenschen entstehen. „Wir werden versuchen, mit aller Kraft unsere Möglichkeiten auszuschöpfen – wir sind offen und gesprächsbereit“, sagt der Vorsitzende Ewald Hansen.