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Serie „Aus Liebe zur Natur“, Teil 7

Serie „Aus Liebe zur Natur“ : Der Natur einfach ihren Lauf lassen

Serie „Aus Liebe zur Natur“: Marion Weber lebt bewusst und liebt ihren naturnahen Garten im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

„Je un­ordent­licher, desto toller“, sagt Marion Weber mit einem Lachen im Gesicht und meint ihren natur­nahen Garten. Die 60-jährige Altenpflegerin kümmert sich nicht nur zu Hause darum, sondern packt auch an ihrem Arbeitsplatz, dem Seniorenhaus Berghof in Neuerburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm), tüchtig mit an. „Wir haben hier Schafe, Hühner, Bienenstöcke und pflanzen auch selber Obst und Gemüse an“, erzählt sie bei einem Rundgang über das Außengelände des Seniorenhauses.

Marion Weber hat diese Woche Urlaub, doch sind ihr die Haus­gemein­schaft und auch ihre „Erlebnistage“, die sie seit vielen Jahren anbietet, ein wichtiges Anliegen. Denn dann wird gegärtnert, ge­imkert oder auch mal mit Naturmaterialien aus dem eigenen Garten gebastelt. Sonst finden die Erlebnistage zusammen mit Kita-Kindern aus der Umgebung statt, die an festen Terminen ins Seniorenhaus kommen und mit anpacken. „Das gemeinsame Zusammensein ist eine tolle Begegnung für Jung und Alt“, berichtet Weber und blickt über die angelegten Gemüsebeete. „Aber im letzten Jahr ging das ja leider nicht.“

 Marion Weber vom Naturschutzbund Südeifel am Insektenhotel des Hauses Berghof in Neuerburg.
Marion Weber vom Naturschutzbund Südeifel am Insektenhotel des Hauses Berghof in Neuerburg. Foto: Sarah Peters

„Hilfst du mit?“ Mit dieser kleinen Frage ihres Kollegen und Freundes Hubert Heck fing alles an. „Ich bin da so langsam reingerutscht, und es hat mir einfach großen Spaß gemacht“, erinnert sie sich lächelnd und erzählt von gemeinsamen Aktionen und ihrer Zeit beim Naturschutzbund (Nabu). Seit mehr als zehn Jahren ist die zierliche Anpackerin nun Mitglied im Vorstand der Nabu-Gruppe Südeifel und leitet Umweltbildungsveranstaltungen. „Am schönsten finde ich es, den Kindern dies und das zu zeigen und zu erklären“, sagt sie, während sie mit ihrer Hand über einige Kräuterpflanzen streicht. 

Auch in ihrem eigenen Garten in Wawern bei Prüm ist viel los. Gerade ist Marion Weber dabei. ein neues Gemüsebeet anzulegen. Hier achtet sie sehr auf naturnahes Gärtnern. Sie verwendet eigenen Kompost aus Laub, Grünschnitt und Gemüseabfällen zum Düngen, bietet Tieren Lebensraum durch das Aufhängen von Nisthilfen und pflanzt heimische Arten, die den Insekten und anderen Tieren Nahrung bieten.

Auch ihre „wilde Wiese“ wird nur zweimal im Jahr gemäht. Mit einem Grinsen fügt sie hinzu: „Diese Art von Gärtnern findet wahrscheinlich nicht jeder toll, in so einem kleinen Eifeldorf. Aber bei mir kann wachsen, was möchte.“ Ihr Herz schlage dafür, der Natur ihren Lauf zu lassen. „Ich räume im Garten überhaupt nichts auf, und ich liebe es“, erklärt sie.

 Marion Weber vom Naturschutzbund Südeifel auf dem Gelände des Hauses Berghof in Neuerburg.
Marion Weber vom Naturschutzbund Südeifel auf dem Gelände des Hauses Berghof in Neuerburg. Foto: Sarah Peters

Tipp für TV-Leserinnen und -Leser: Frühlingszeit ist Gartenzeit. Nun lässt sich der Garten naturnah gestalten, um heimische Arten und das Klima zu schützen. Infos gibt es unter www.nabu.de.