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Sie möchte eine kleine Spur hinterlassen

Sie möchte eine kleine Spur hinterlassen

Dauner Künstlerin Ilse Pottgiesser eröffnet Kellergalerie.

Daun (HG) Von der Kauffrau für Mode zur Künstlerin - die Daunerin Ilse Pottgiesser hat einen interessanten Weg zurückgelegt, um ihre Passion zu finden und damit glücklich zu werden. Malen bedeutet der 77- Jährigen heute alles. "Durch die Malerei kann ich mich mit Themen auseinandersetzen. Sie entspannt, macht einen ausgeglichener", erzählt sie. Ihre Ausbildung hat sie bei Christa Feuerberg, Marie- Cloude Kailsin, Christine Henn, Walter Wilde, Franziskus Wendels, Cornelia Lenartz, Jaques Braun und der Europäischen Kunstakademie absolviert. Wer war am wichtigsten? "Bei Christa Feuerberg habe ich das Sehen gelernt, aber eigentlich war Walter Wilde der Wichtigste. Er hat es fertig bekommen, dass man dabei bleibt und sich weiter entwickeln wollte. Er hat mehr Kraft in das Ganze gebracht und mich gefesselt." Ilse Pottgiesser hat sich ein kritisches Denken zugelegt und das spiegelt sich auch in ihren Bildern: Die erzählen von Flucht, Freude und auch der Natur. In ihrer neuen Kellergalerie will sie ihr Schaffen in Abständen im Jahr unter ihrem persönlichen Motto "Passion-Malerei" präsentieren. "Es war mein Wunsch, meine Bilder und Gedanken in privater und doch nicht privater Atmosphäre zu präsentieren", erzählt sie. Und dann wurde es eine Kellergalerie im Haus, wo sie zur Miete wohnt. Ilse Pottgiesser malt in Aquarell und Acryl, je nach Thema. Ihr aktuelles Thema ist die Erderwärmung, gletscherblau ist dabei ihre Farbe und großformatig will sie zum Nachdenken anregen. Der Überfall auf das Satiremagazin Charlie Hebdo inspirierte sie zu einem Gemälde mit Symbolcharakter. Eine Frau auf der Straße hat zwar vor Trauer den Kopf nach unten gesenkt, aber streckt einen Bleistift wie ein Mahnmal nach oben. Über die handwerklich geschickten Fitter aus Ghana, die mit Improvisationstalent und ungewöhnlichsten Mittel Autos warten und reparieren, hat Ilse Pottgiesser vier farbenkräftige Bilder in Acryl gemalt, welche die Mühen und Anstrengungen erahnen lassen. Frauen aus Afrika in ihren bunten und langen Gewändern, die mit einem Wasserbehälter in langen Kolonnen zum nächsten Brunnen gehen, um Wasser zu holen. Die beiden Bilder zeigen Armut und geben Hoffnung - bei Ilse Pottgiesser kommt beides ausdrucksstark zur Geltung. Die Freude am Malen ist bei ihr hautnah zu spüren, wie sieht sie sich selbst? "Ich sehe mich positiv, mit vielen Ideen, die ich gerne auch realisieren möchte. Ich würde noch gerne viel machen, eine kleine Spur hinterlassen, doch die Zeit läuft mir davon", erzählt die Künstlerin im Gespräch mit dem TV.