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Sie will weiter in Mainz mitmischen

Sie will weiter in Mainz mitmischen

Mit ihrer Erststimme können die Bürger einen Kandidaten direkt in den Landtag wählen. Die SPD im Kreis Vulkaneifel hat zum fünften Mal ihre Vorsitzende Astrid Schmitt als Direktkandidatin nominiert. Sie sitzt schon seit 1996 im Landtag.

Kirchweiler. Edmund Geisen hat als FDP-Bundestagsabgeordneter 2013 aufgehört, Herbert Schneiders, der 25 Jahre für die CDU im Landtag saß, wurde vor einigen Tagen verabschiedet - damit ist die Reihe der lang gedienten hauptberuflichen Politiker aus dem Kreis Vulkaneifel noch kürzer geworden. Streng genommen gibt es keine Reihe mehr, denn auf der großen politischen Bühne steht von denen, die auf eine lange politische Karriere zurückblicken können, derzeit nur noch Astrid Schmitt.Landtagswahl 2016


Sie vertritt den Kreis seit 20 Jahren im Mainzer Landtag, zuletzt - seit 2011 - als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion.
Hat sie nach so langer Zeit nicht mal drüber nachgedacht, der Politik mal den Rücken zu kehren? "Nein, dafür gibt es im Land und im Kreis Vulkaneifel noch zu viel zu tun. Ich will auf beiden Ebenen nach wie vor etwas bewegen", sagt die 56-Jährige.
Auf die vergangenen fünf Jahre geblickt, listet sie einige Punkte auf, die mit ihrer Unterstützung im Kreis erreicht wurden. "Die Sicherung des Behördenstandorts Daun, der Umbau des Jünkerather Bahnhofs, die Investitionen in die Sicherung des Krankenhausstandorts Daun, die Erweiterung des schulischen Angebots".
Für die SPD-Kreisvorsitzende ist Kirchweiler, wo sie seit 1987 lebt, "mein Rückzugsort, weit weg vom hektischen politischen Betrieb in Mainz. Zuhause komme ich zur Ruhe."
Seit 1982 ist Astrid Schmitt mit Hans-Walter Schmitt verheiratet, die beiden haben zwei Töchter, die schon lange aus dem Haus sind.

Ihre Eifel: Zwar ist sie in Hamburg geboren und in Mainz aufgewachsen, aber die Eifel ist längst "Heimat für die ganze Familie" geworden. "Jede Menge Lebensqualität, tolle Leute, die viel bewegen, eine Region mit großem Potenzial - hier will ich nicht mehr weg."
Ihre Themen:
Bildung: "Ich will, dass Bildung weiter gebührenfrei bleibt", sagt die frühere Sonderschullehrerin. "Das Schulangebot in der Region inklusive auch kleinerer Standorte wollen wir so lange wie möglich erhalten."

Mobilität: "Der A-1-Lückenschluss steht natürlich ganz oben auf der Prioritätenliste", sagt Astrid Schmitt. Für die Abgeordnete hat ein Projekt, um das es ruhig geworden ist, immer noch große Bedeutung: die Reaktivierung der Eifelquerbahn von Kaisersesch bis Gerolstein. "Das ist aus meiner Sicht auch ein wichtiger Lückenschluss. Ich hoffe, die Kommunen einigen sich auf ein tragfähiges Konzept für die Zukunft." Außerdem setzt sie sich für den Erhalt des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Fläche ein.

Breitband: "Schnelles Internet ist natürlich für die Vulkaneifel immens wichtig, für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Deshalb gilt es, so schnell wie möglich zu ermitteln, was im Kreis noch zu tun ist, und dann klären, wie die Finanzierung zu stemmen ist."

Erhalt der Landschaft: "Der Raubbau an unseren Bergen muss aufhören. Der Kreistag hat den Weg vorgegeben: Was genehmigt ist, kann noch abgebaut werden, aber dann müssen wir raus - keine neuen Flächen!"

Flüchtlinge: "Es ist toll, was die Ehrenamtlichen und auch die Kreisverwaltung hier leisten. Integration schaffen wir nur gemeinsam, deshalb finde ich es nicht in Ordnung, dass nun einige das Fähnchen in den Wind hängen mit Blick auf die Landtagswahl. Die Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, sind auch eine Chance. Wir brauchen sie für unsere Schulen, Kindertagesstätten, für die Wirtschaft und den Fortbestand vieler Dörfer."Extra

Astrid Schmitt war Sonderschullehrerin, bevor sie 1996 in den Landtag einzog. Die 56-Jährige ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt mit ihrem Mann in Kirchweiler. Sie ist Vorsitzende des SPD-Kreisverbands und sitzt im Kreistag. Und wenn sie mal nicht politisch unterwegs ist: "Ich liebe meinen Garten." sts