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Sie wollen geimpft werden, damit Normalität zurückkehrt

Corona : Sie wollen geimpft werden, damit Normalität zurückkehrt

Viele Senioren in den Altenheimen im Vulkaneifelkreis lassen sich impfen. Bei den Mitarbeitern liegt die Impfquote nur bei etwa 80 Prozent.

Auch im Kreis Vulkaneifel hat es Corona-Hotspots in mehreren Alten- und Pflegeheimen gegeben. Anfang November war es eine Einrichtung in Mehren, im Dezember das Maternus Seniorenzentrum Am Auberg in Gerolstein, die besonders stark betroffen waren. Bis dato gab es im Kreis 35 Todesfällen in  Zusammenhang mit Covid 19 zu beklagen, der größte Teil (24) ist Heimen im Kreis zuzuordnen. Wegen der bedenklichen Situation hat der Kreis mit ähnlich stark betroffenen Regionen bereits am 27.  Dezember mit den Impfungen in den Heimen beginnen können.

Die erste Runde in allen Einrichtungen haben die Impfteams Mitte vergangener Woche abgeschlossen,  und die nächste wird laut Landrat Heinz-Peter Thiel kommende Woche gestartet.

„Glücklicherweise ist in diesem Bereich Ruhe eingekehrt“, sagt  Thiel. Er berichtet, dass die Impfbereitschaft bei den Heimbewohnern groß war, Zurückhaltung habe es aber zunächst beim Pflegepersonal gegeben. „Ich denke, da besteht noch großer Informationsbedarf. In einer Einrichtung waren zunächst nur 20 Prozent der Beschäftigten bereit, sich impfen zu lassen. Aber nach einer umfänglichen Information durch unser Impfexperten waren es am Ende 80 Prozent.“ Sein Appell:  „Jede Impfung hilft und ist die einzige Chance, dass wir in absehbarer Zeit wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können.  Und es werden bald auch mehr  Impfungen möglich sein, denn uns ist ein höheres Kontingent an Impfstoff angekündigt worden.“

Auch im Eifekreis wird schon viel in den Altenheimen geimpft. Manche weinen Tränen der Freude und Erleichterung, wenn es an ihre Tür klopft und Rot-Kreuz-Helfer sagen: „Heute ist das Impfteam zu Besuch.“ Die Senioren in den Altenheimen leiden unter den Kontaktbeschränkungen, die seit der Corona-Pandemie gelten. Hier, wie überall.

Sie haben ihre Enkel nicht sehen können, vermissen ihre Kinder, überhaupt Besuch und Abwechslung im Heimalltag. Schließlich fallen auch viele Veranstaltungen, die sonst in den Einrichtungen angeboten werden, aus. Die Impfbereitschaft der Senioren in den Altenheimen im Eifelkreis ist hoch. Fast alle lassen sich die Spritze setzen – nach Auskunft der Kreisverwaltung sind es 98 Prozent.

„Das ist die Generation, für die waren Impfungen gegen Pocken und Diphtherie noch selbstverständlich, die haben ganz andere Sachen erlebt“, sagt Torsten Meier, Impfkoordinator des Eifelkreises und DRK-Kreisbereitschaftsleiter. Er ist seit zwei Wochen mit mobilen Impf-Teams im Einsatz. Tag für Tag machen sie Station in einem der 17 Altenheime des Eifelkreises.

Bisher wurde in Senioren-Einrichtungen in Prüm, Habscheid, Neuerburg, Irrel, Balesfeld, Schönecken, Körperich, Speicher und Daleiden sowie in den beiden Bitburger Einrichtungen Haus Birkenhof und Eifelhaus geimpft. „Unser Ziel ist es, dass bis Mitte Februar in den Altenheimen alle die zweite Impfung haben“, sagt Meier.

In den Einrichtungen atmet man dann auf. „Davor, dass sich das Virus hier ausbreitet, haben wir alle Angst“, sagte zuletzt Martina Kinnen, Leiterin des Seniorenheims St. Josef in Balesfeld im Gespräch mit dem TV.

Das Beispiel des St. Vinzenz-Haus in Körperich hat im Dezember gezeigt, wie schnell sich das Virus in einem Altenheim ausbreiten kann, wenn erst mal einer infiziert ist. Dort hatten sich binnen weniger Tage 44 der 59 Bewohner mit Corona angesteckt sowie 29 der 75 Beschäftigten.

Darüber hinaus gab es bislang nach Auskunft der Kreisverwaltung Corona-Infektionen in vier weiteren Einrichtungen im Eifelkreis. Dabei blieb es aber bei Einzelfällen.  Durch entsprechende Quarantäne-Anordnungen konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden.

Insgesamt sind im Eifelkreis bisher 17 Menschen in Folge einer Covid-19-Infektion gestorben. Der Jüngste war 66, der Älteste 96 Jahre alt. Hierunter sind drei Bewohner des Heims in Körperich sowie ein Bewohner einer Senioren-WG in Bitburg, in der es im April zu Corona-Infektionen gekommen ist.

Während sich die Senioren nun in den Heimen fast alle impfen lassen, liegt die Impfquote bei den Angestellten mit rund 55 Prozent nach Angaben der Kreisverwaltung deutlich niedriger. Ob angesichts dieser Quote eine Impfpflicht sinnvoll wäre, wollten wir von Landrat Joachim Streit wissen. Der antwortet: „Wichtiger wäre eine bessere Versorgung mit mehr Impfstoff. Sonst kommen wir in Rheinland-Pfalz nicht schnell genug voran.“ Ob er sich selbst impfen lässt? „Ja, sobald ich an der Reihe bin“, sagt Streit. Ob und wann für die Heimbewohner nach der Impfung Lockerungen möglich sind, wird aber nicht vor Ort, sondern auf Bundesebene entschieden. Also heißt es weiter: durchhalten.