"Sieg Heil"-Ausruf kann für 47-Jährigen teuer werden
Daun · Ein 47-jähriger Mann aus der Verbandsgemeinde Daun muss sich heute vor dem Amtsgericht verantworten, weil er im Vorbeifahren einem Soldaten laut "Sieg heil" zugerufen haben soll. Gegen den Strafbefehl über 1200 Euro hatte er Widerspruch eingelegt.
"Ich will nicht sagen, dass die braune Soße bei uns überschwappt, aber es scheint mir so, als ob in jüngster Zeit etwas lax mit solchen Dingen umgegangen wird," sagt Richter Hans Schrot. Das Bewusstsein, was es mit Slogans wie "Sieg Heil" auf sich hat, scheine verloren zu gehen. "Erst unlängst hatten wir einen Fall, bei dem sich ein Mann den SS-Wahlspruch ,Meine Ehre heißt Treue' auf die Brust hatte tätowieren lassen." Damit geht der Richter auf einen Fall ein, der heute vor dem Amtsgericht in Daun verhandelt wird. Einem 47-Jährigen aus der Verbandsgemeinde Daun wird vorgeworfen, im September in der Nähe der Polizeiwache in Daun einem Soldaten, der mit seiner Frau auf dem Bürgersteig stand, im Vorbeifahren "Sieg Heil" zugerufen zu haben.
Nachdem der Soldat das bei der Polizei angezeigt hatte, wurde gegen den Mann wegen der "Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" ermittelt und ein Strafbefehl über 1200 Euro erteilt. Da der Mann dagegen Widerspruch einlegte, kommt es zum Prozess.