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So funktioniert die Dauner Corona-Ambulanz

Seuchenschutz : So funktioniert die Dauner Corona-Ambulanz

Nur mit Termin: Die Einrichtung in Daun ist nicht offen für spontane Patientenbesuche.

Messebauer haben derzeit leere Auftragsbücher. Ein Unternehmen jedoch hatte so etwas wie Glück im Unglück: In Daun im ehemaligen Restaurant Steakhaus, in der Nähe der Post, wurde im Handumdrehen eine der ersten rheinland-pfälzischen Corona-Ambulanz eingerichtet. Sie wurde von einem Messebaubetrieb mit Trennwänden für die Praxis hergerichtet. Die Firma ist nun auch mit dem Aufbau der zweiten Corona-Ambulanz in Hillesheim beaufttragt.

Die Ambulanz in Daun ist ausgestattet mit einem Wartebereich, einem Verbandszimmer sowie zwei Behandlungsräumen, in der denen  zunächst der Erstkontakt mit einer medizinischen Fachkraft zur Erstellung einer Anamnese erfolgt und beispielsweise Fieber und Blutdruck gemessen werden. Zur weiteren Behandlung werden die Patienten in einen eine der acht Behandlungs-Boxen gebracht und nach der entsprechenden Diagnostik durch eine Schleuse entlassen.

Die medizinische Leitung hat Carsten Schnieder vom im gleichen Gebäude beheimateten Hausärztlichen Versorgungszentrums (HVZ). Er erläutert: „Ziel ist es, den Regelbetrieb der niedergelassenen Praxen – so auch unsere eigene – von Coronapatienten Corona-Patienten frei zu halten, um das Infektionsrisiko geringer zu halten. Der Regelbetrieb ist zudem unsere Lebensgrundlage, er muss jenseits der Pandemie weiterlaufen können.“

Er betont, dass die Einrichtung nicht offen ist für spontane Patientenbesuche, sondern dass die Kranken von ihren behandelnden Ärzten dorthin zugewiesen werden müssen. „Die Ambulanz funktioniert wie eine Vertretungspraxis, in indem dem der vertraute Hausarzt oder wir vom HVZ die Behandlung übernehmen. Ein Aufsuchen ist nur nach vorheriger Terminvergabe möglich.“

Auch ist die Ambulanz keine Anlaufstelle für Tests. „Sie kümmert sich ausschließlich um bereits positiv getestete Patienten, die von den Ärzten gelenkt werden.“ Abstriche für Tests müssen zuvor gemäß den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts gemacht worden sein. Für wirklich flächendeckende Abstriche seien derzeit die Kapazitäten noch nicht vorhanden.

Jeweils ein Arzt plus zwei Helfer sind im Einsatz. Schnieder: „Die Abläufe werden sich einspielen, wir müssen noch Erfahrung sammeln.“ Am Eröffnungstag wurden in einer einstündigen Sprechstunde wurden acht Patienten behandelt. „Das ist eine übliche ‚Schlagzahl‘, wie sie während einer Grippewelle vorkommt.“

Schnieder geht davon aus, dass die Patientenzahlen schlagartig steigen werden. Zudem dauere eine Coronaerkrankung Covid-19-Erkrankung in der akuten Phase zwei bis drei Wochen. Die Behandlungsmöglichkeiten müssen, wie er unterstreicht, darum hoch gehalten werden. Er sieht die Pandemie als Anstoß, neu über die Krankenhausversorgung nachzudenken. „Auch

Die Ambulanz in der Dauner Stadtmitte verfügt unter anderem über solche Behandlungsräume. Foto: TV/Meike Welling

„Auch die kleineren Häuser sind, wie sich spätestens jetzt herausstellt, unverzichtbarer Teil unserer Daseinsvorsorge, der in ausreichendem Maß vorgehalten werden muss. Es ist notwendig, dass sie sich nicht allein an den Zahlen ausrichten müssen.“