So nah und doch so fern

So nah und doch so fern

Vor 50 Jahren hat Dieter Scholz nahe Üxheim ein Seminarzentrum gegründet. Zum Jubiläum kamen auch Nachbarn - einige zum ersten Mal.

Foto: vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"
Viele Nachbarn sehen den Beuerhof zu seinem 50-jährigen Jubiläum zum allerersten Mal, doch so manchem ist er auch vertraut. TV-Fotos(3): Vladi Nowakowski. Foto: vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"

Üxheim Zwei Tage lang feiert der Beuerhof am Samstag und Sonntag sein Jubiläum und bedankt sich für "50 Jahre Eifelleben". Mit unzähligen Plakaten hatte das Team rund um Dieter Scholz in den vergangenen Wochen zum Besuch eingeladen - zu Vorträgen und Workshops, Konzerten und Vorführungen, Kinderprogrammen und einem kleinen Handwerkermarkt, alles bei freiem Eintritt.
Auf dem zwölf Hektar großem Anwesen treffen am Samstag viele Gäste ein, etliche haben eine lange Anfahrt in Kauf genommen, wie die Nummernschilder auf dem Parkplatz verraten. Doch es sind auch Fahrzeuge mit Dauner und Bitburger Kennzeichen dabei. "Wir rechnen mit rund 700 Gästen an den zwei Tagen", sagt Dieter Scholz. Dass auch Nachbarn aus dem Umkreis anreisen, um sich den Beuerhof anzuschauen, freut den Chef des Seminar- und Kulturzentrums: "Ich glaube, dieses Fest wird dazu beitragen, die Arbeit, die wir hier leisten, in der Eifel bekannter zu machen." Denn üblicherweise komme die Klientel des Beuerhofs aus Deutschlands Großstädten und aus dem Ausland. Unternehmen wie Lufthansa, DM oder Jack Wolfskin buchen Seminare zum Teambuilding, im Angebot sind Naturerfahrungen - angereichert mit dem Wissen und der Philosophie der Indianer Nordamerikas. "Wahrscheinlich sind wir in Berlin oder Hamburg bekannter als in der Eifel", vermutet Scholz.
Neben den vielen in jahrelanger Arbeit errichteten Bauten mit Konferenzräumen und Übernachtungsmöglichkeiten, einem Kaminzimmer und einer mächtigen Glaskuppel im Wald bietet das Gelände auch ein Tipidorf.
"Es ist tatsächlich ein bisschen, wie in einer anderen Welt", sagt Manfred Backes im Innenhof des Hauptgebäudes, der sich am Wochenende in ein Open-Air-Restaurant verwandelt hat. "Ich war noch nie hier", sagt Backes, der in Niederehe wohnt und zum Jubiläum "einfach mal schauen" wollte.
Es kommen aber auch Nachbarn, die den Betrieb seit vielen Jahren bestens kennen, wie Astrid und Leo Emondts, deren Bäckerei in Kerpen den Beuerhof beliefert. Auch Hildegard und Heinz Kloep schauen zum Jubiläum vorbei - in ihrer Kerpener Autowerkstatt stand schon so manches Fahrzeug des Beuerhofs zur Reparatur. Sie finden: Interessant sei die Sicht der Urvölker auf das Leben mit und in der Natur allemal, "besonders in Hinsicht auf unsere Gesellschaft, in der alles auf den Überfluss ausgerichtet ist." Zum Nachmittag füllt sich das Anwesen zusehends mit Gästen, die sich die Konzerte und Vorführungen anschauen, aber auch Informationen zu den angebotenen Seminaren suchen.
Ein kleiner Junge wundert sich, warum keine Indianer zu sehen sind. Bei einem seiner Vorträge sagt Dieter Scholz dazu: "Wir sind kein Indianer-Verein, wir sind an dem Wissen und den Traditionen der Ureinwohner Amerikas interessiert, an ihrem Respekt vor der Natur und dem Menschen." Er sei kein Indianer und werde auch niemals einer werden, sagt Scholz. Aber man könne sehr viel von ihnen lernen.