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So soll die touristische Zusammenarbeit zwischen Gerolstein und Hillesheim aussehen

So soll die touristische Zusammenarbeit zwischen Gerolstein und Hillesheim aussehen

Was die Kommunen in jahrelangen, teils zähneknirschenden Verhandlungen nun für Mitte 2016 auf den Weg gebracht haben, die Fusion Gerolstein-Hillesheim, wollen die Touristiker bereits für Anfang 2016 hinbekommen. Ihr Vorteil: Sie arbeiten bereits seit Jahren bei bestimmten Projekten zusammen.

"Die Zusammenarbeit wird unproblematisch sein. Wir sind ja quasi Vorreiter der Fusion und kooperieren bereits seit geraumer Zeit bei bestimmten Projekten", sagt Manfred Schmitz, Geschäftsführer der Urlaubsregion Hillesheim. Ähnliche Töne sind vom obersten Touristiker des Gerolsteiner Landes, Hans Peter Böffgen, zu vernehmen. Der Geschäftsführer der Tourismus- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TW) Gerolsteiner Land sagt bezüglich der Zusammenarbeit: "Total problemlos - und zwar seit Jahren."
Während die politischen Vertreter Hillesheims durch das Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform gezwungen waren, sich über eine Fusion zu unterhalten (die Gerolsteiner wegen der Größe ihrer VG nicht), kooperieren die Touristiker bereits seit Jahren - und zwar aus freien Stücken. Böffgen sagt wieso: "Wir haben schon früh erkannt, dass wir gemeinsam effektiver sind." Ansonsten sei es für derart kleine touristische Einheiten überhaupt nicht möglich, die landesweit vorgegebenen Standards für ein hochwertiges touristisches Angebot zu erfüllen. "Auch ohne kommunalen Zusammenschluss hätten wir definitiv zusammengearbeitet", sagt Schmitz. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenführung sei allerdings, "dass wir aus dem politischen Gezerre herausgehalten werden".

Dies sind die Eckpunkte der Tourismuskooperation:

Name: Unter dem Namen "Ferienregion Gerolsteiner und Hillesheimer Land" wird das Gebiet künftig vermarktet - darüber herrscht Einigkeit. "Ein Fantasiename wie Oberes Kylltal kommt nicht infrage, denn die Urlauber identifizieren sich mit den beiden Städten. Und Gerolstein alleine geht auch gar nicht. Das werde ich nicht mitmachen", sagt Manfred Schmitz.

Zeitplan: Zum 1. Januar 2016 wollen sich beide Tourismusorganisationen zusammenschließen. In welcher Organisationsform ist noch nicht entschieden. Die Urlaubsregion Hillesheim ist ein Verein, die TW Gerolsteiner Land eine GmbH.

Bisherige Kooperationen: Bei der Vermarktung des Eifelsteigs, der Vulkaneifelpfade, des Kylltalradwegs und im Natur- und Geopark gibt es bereits seit Jahren eine Zusammenarbeit. Zudem wurden schon jetzt Bustransfers für Eifelsteigwanderer gemeinsam organisiert.

Aufgaben/Vorhaben: Wichtigstes Vorhaben ist der Aufbau einer gemeinsamen Homepage. Vermutlich wird es vier gemeinsame Hauptthemen (Radfahren, Wandern, Gastronomie/Unterkünfte, Kultur/Veranstaltungen) sowie zwei Spezialthemen geben: Für Hillesheim ist das Krimi, für Gerolstein Geologie/Wasser.
Ziel ist weiterhin der Aufbau eines gemeinsamen Reservierungssystems sowie die Ausweitung von bereits erfolgreichen Angeboten auch auf das jeweils andere Gebiet. So stößt einerseits die Gästekarte des Gerolsteiner Landes auch in Hillesheim auf Gefallen. Andererseits macht die Ausweitung der Anstrengungen des Arbeitskreises Hillesheim auch auf Gerolstein Sinn. Die Gruppe von Gastronomen, Hoteliers, Einzelhändlern und Taxiunternehmen kümmert sich um Gepäck- und Personentransport von Urlaubsgästen, nimmt deren Feedback entgegen, kümmert sich um den Zustand von Wegen und hakt nach, ob etwa eine Strecke zu lang ist. Zudem ist eine gemeinsame Werbung in den Ferienkatalogen geplant. Deadline für die Anzeigen ist September. Ebenfalls im Blick: ein gemeinsames Gäste- sowie ein gemeinsames Rad- und Wandermagazin. Und es gibt gemeinsame Messe- und Werbeauftritte - beispielsweise mit dem Krimibus nach Oberhausen, Essen und Köln, wie Böffgen verrät.

Sitz/Standorte: Unbestritten ist, dass es sowohl in Gerolstein als auch in Hillesheim weiterhin eine Tourist-Info geben wird. In Gerolstein wird das ab 2016 im Bahnhof sein, in Hillesheim ist die Standortfrage noch offen. Schmitz präferiert aber eindeutig den bisherigen Standort: "Eine bessere Tourist-Info hatte Hillesheim noch nie: Wir haben hier eine super Lage, super Frequenz und super Verkaufszahlen im Shop. Ein Umzug ins Rathaus, wie er überlegt wird, wäre suboptimal und alleine wegen der Post, die wir ebenfalls unterhalten, mit immens hohen Kosten verbunden." Und er fügt hinzu: "Wir legen uns ins Zeug, dass Hillesheim der Sitz der Tourismus-Gesellschaft wird - vielleicht auch als Ausgleich dafür, dass Gerolstein Verwaltungssitz der neuen VG wird."

Personal: Die Urlaubsregion Hillesheim beschäftigt laut Geschäftsführer Manfred Schmitz fünf Leute auf drei Vollzeitstellen. Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich alleine um die Postfiliale. In der TW Gerolsteiner Land sind laut Geschäftsführer Böffgen sieben Mitarbeiter auf 4,75 Stellen beschäftigt, in der Hauptsaison von April bis September acht Leute auf 5,25 Stellen.

Leitung: Beide Geschäftsführer plädieren für die ersten Jahre für eine Doppelspitze. "Der Eine kennt sich ja beim Anderen nicht aus", bringt es Böffgen auf den Punkt. Und Schmitz ist überzeugt: "Wir werden uns wegen dieser Frage nicht streiten." Im Moment hege keiner von beiden den Anspruch auf die alleinige Geschäftsführung, betonen Böffgen und Schmitz unisono.