"So zart ist nur Mozart"

"So zart ist nur Mozart"

DAUN. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche auf der Bühne, mehr als 30 im Orchestergraben: Das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) gab mit dem Musical-Projekt "W.Amadeus M.2006" im Forum Daun erneut eine Probe von hervorragenden schauspielerischen und musikalischen Leistungen.

Die Frau, die alles in der Hand hatte und für alles verantwortlich war, ist Lisa Henn. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Kollegen Volker Weinzheimer das Libretto geschrieben, sie hatte die Musikstücke ausgewählt, bearbeitet und einstudiert und sie dirigierte das Orchester der Musikschule des Landkreises Daun. Dazu hatte sie auch eine kleine Rolle auf der Bühne: als Frau Henn, die Lehrerin jener GSG-Schüler, die allein in die Mozart-Ausstellung gekommen waren, weil in Daun noch eine Kreisel-Einweihung musikalisch umrahmt werden musste... "W.Amadeus M.2006" war zweieinhalb Stunden lang Schauplatz vieler witziger Ideen, aber auch sehr bewegender Momente. In besagter Mozart-Ausstellung trifft sich eine kuriose Ansammlung von Menschen: Fußballfans, die die Ankündigung als "WM2006" interpretiert hatten; bildungsbeflissene Museumsführerinnen; die Klasse einer Wolf-gang-Amadeus-Mozart-Schule, eine amerikanische Familie und eine Mutter, die alles "so sweet" findet; schließlich die lehrerlosen GSG-ler und Schüler aus Leverkusen. Bis alle zusammen beim Finale vom "Wunder Mozart" schwärmen ("So zart ist nur Mozart!") und seine Musik als "hell und klar und traumhaft wahr" beschreiben, werden sein Leben, sein Schaffen und seine Zeit mit viel Spiel im Spiel lebendig. Fast alle seine Triumphe und Tragödien kommen vor: sein Hang zur derben Ausdrucksweise und zur Geldverschwendung, sein Kampf mit dem Erzbischof, seine Beziehung zu den Eltern, der ebenfalls sehr begabten Schwester und zu den Frauen, vorab zu Constanze. Dazu Szenen aus zwei seiner großen Opern, "Zauberflöte" und "Figaro". Achtet man die Freude und den Einsatz aller Akteure auf der Bühne, im Chor und im Orchester schon sehr hoch, so sei doch die Leistung einiger Solisten eigens erwähnt: Esther Henzel als der junge Mozart und Andreas Jung als erwachsener, Stefan Kaiser als Erzbischof, Eva Wenz als Nannerl, Simon Dahms und Steffi Schüttler als Mozarts Eltern, Dominic Kron in der Rolle des Papageno und des Figaro, Nicola Völkel als Papagena und Sarah Schlösser als Cherubino. Pfiffige Abrundung erhielt das Mozart-Musical durch das "Menuett der Mozartkugeln", Zeitkolorit durch eine Szene aus "Les Misérables". Schließlich traf auch der Beifall des Publikums den richtigen Ton. Oberstudiendirektor Peter Sebastian lobte die "unendlich viele Arbeit aller Beteiligten" und das außerordentlich gute schauspielerische und mu- sikalische Gesamtergebnis. "Ich bin ganz hingerissen", sagte er.

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