Solo für Eckstein

Am 22. April steht die Neuwahl eines Ortsbürgermeisters in Deudesfeld und dem zugehörigen Ortsteil Desserath an. Um die Nachfolge von Günter Bill bewirbt sich der 49 Jahre alte Otmar Eckstein.

Deudesfeld. Ganz bewusst hat der Gemeinderat beschlossen, parallel zur Wahl des Landrats auch den neuen Ortsbürgermeister zu wählen, damit möglichst viele Wähler an die Wahlurnen gehen. Einziger Kandidat dafür ist für die Deudesfelder Otmar Eckstein. Seit mehr als zwölf Jahren gehört der gebürtige Deudesfelder dem Gemeinderat an. "Ich stelle mich der Urwahl, damit ich weiß, wie viele Menschen hinter mir stehen", erklärt Eckstein. Grundsätzlich hätte der Ortsbeirat den Bürgermeister auch aus den eigenen Reihen wählen können, "aber das wollte ich nicht". Wenn die Deudesfelder Eckstein wählen, hat er vorerst nur eine halbe Amtszeit zu bewältigen. Denn schon in 36 Monaten stehen wieder Neuwahlen an. Hauptziel des 49-Jährigen ist es, die Gemeinde allmählich von ihren Schulden zu befreien. "Als gelernter Kaufmann ist es für mich nicht richtig, mit geliehenem Geld, rund 200 000 Euro Schulden, zu wirtschaften", betont er. Derzeit stehen in Deudesfeld keine großen Sanierungen an, was bedeutet, die Gemeinde hat durchaus Chancen, sich aus den Schulden heraus zu arbeiten. Dabei weiß Eckstein einen "sehr guten Gemeinderat" hinter sich. Der neue Sitz des zukünftigen Ortsbürgermeisters wird in den Räumen der ehemaligen Volksbank eingerichtet. Für Eckstein bedeutet "Gemeinde nicht nur Nehmen, sondern auch Geben". Im Klartext: Er wünscht sich, dass alle Bürger mit anpacken, wenn es um die Geschehnisse im Dorf geht. "Wir haben eine gute Dorfgemeinschaft, aber wir haben auch viele, die sich zurückgezogen haben. Die möchte ich auch mit einbeziehen." Hobbies wie Fahrrad fahren oder Gartenarbeit wird Eckstein in Zukunft einschränken müssen. Schließlich will er sein Dorf voran bringen - jedoch nur in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Was natürlich bedeuten kann, dass es auch strittige Entscheidungen zu bewältigen gilt. Noch hat Deudesfeld eine funktionierende Infrastruktur, mit Geschäften, Handwerksbetrieben und einer hohen Zahl von Touristen. "Wir könnten ein paar Einwohner mehr haben", scherzt Eckstein und wirbt für die Bebauung leer stehender Flächen und den Kauf von Häusern, die seit längerem auf neue Besitzer warten. Außerdem wünscht Eckstein sich, dass Ideen aus der Bevölkerung eingebracht werden. Als möglicher Ortsbürgermeister sieht Otmar Eckstein sich dann auch eher als Moderator und Vermittler. Vorschläge aus dem Ort will er in den Rat einbringen, wo sie dann diskutiert werden sollen.