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Sommertag endet in der Katastrophe

Sommertag endet in der Katastrophe

Die evangelische und die katholische Kirche sowie die Stadt Daun laden zum Gedenken an den Bombenangriff auf Daun vor 70 Jahren für Sonntag, 20. Juli, 19 Uhr, in die Thomas-Morus-Kirche ein. Im Gemeindehaus berichten Zeitzeugen dann über ihre Erlebnisse.

Daun. Der 19. Juli war ein schöner Sommertag, auf den sich besonders die Kinder freuten, denn es war der erste Ferientag. Maria Willems (damals elf Jahre) war mit ihrer Mutter zur Messe in der Nikolauskirche. Sie schildert die Minuten vor dem Bombenangriff: "Es lag eine eigenartige Stimmung in der Luft, es gab Luftalarm, Flugzeuge überflogen Daun und wir drückten uns dicht an den Hauswänden der Wirich- und der Lindenstraße vorbei heimwärts, denn meine jüngeren Geschwister waren allein zu Hause. Wir wohnten im Gandners Haus in der Borngasse. Hätten wir den Luftschutzkeller aufgesucht, wären wir alle tot; dort schlug die Bombe ein."
Seit dem Frühjahr 1944 überflogen fast täglich amerikanische Bomberverbände die Kreisstadt. Auch der Luftalarm und das Sirenengeheul beunruhigten die Bevölkerung zunächst wenig, denn Ziel der Bomber waren normalerweise Industrieanlagen und größere Städte. Gegen 9.40 Uhr lösten sich elf B-17-Bomber aus dem Verband von 1080 Bombern und mehr als 600 Begleitjägern und flogen Daun aus Norden an.
Aber anstatt die Bahnlinien zu treffen, schlugen 130 Bomben mit einer Sprengkraft von 550 Zentnern im Stadtzentrum ein. Binnen zwei Minuten löschten die alliierten Bomben 65 Menschenleben aus, mehr als 200 Personen wurden verletzt, Häuser zerstört ebenso wie die Strom- und Wasserversorgung. Zum Gedenken an diesen Tag laden die Stadt Daun sowie die beiden Kirchen zum Gedenkgottesdienst für Sonntag, 20. Juli, 19 Uhr, in die Thomas-Morus-Kirche ein. Daran schließt sich ein Vortrag von Friedbert Wißkirchen im Evangelischen Gemeindehaus an. Es werden unveröffentlichte Bilder und Dokumente gezeigt, und Zeitzeugen berichten. Mit Unterstützung der Kreissparkasse wurde eine Broschüre über das damalige Geschehen veröffentlicht. red