Sorge um Vulkanberge

Das Landesamt für Geologie und Bergbau weist in einer aktuellen Planung deutlich mehr Flächen für den Gesteinsabbau im Vulkaneifelkreis aus als bisher. Die Naturschutzverbände im Kreis befürchten eine weitere Beeinträchtigung des Landschaftsbilds der Region.

Daun/Gerolstein. Verliert die Vulkaneifel bald noch mehr Vulkanberge? Diese Frage stellen sich die Naturschutzverbände des Kreises Vulkaneifel angesichts neuer Vorstellungen des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB). Das LGB hat eine Karte mit den Vorrangflächen für den Abbau vulkanischer Gesteine in der Vulkaneifel veröffentlicht. Vorgesehen ist, die derzeit im Kreis Vulkaneifel für den Lava- und Basaltabbau zur Verfügung stehenden Flächen von 400 auf mehr als 2000 Hektar zu vergrößern. Betroffen wären auch Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete. Ginge es nach diesen Planungen, wären markante Berge wie der Riemerich bei Daun-Neunkirchen, der Reinertsberg bei Brück sowie der Mühlenberg bei Oberbettingen gefährdet. Berge, wo bislang noch kein Gestein abgebaut wurde.

Friedrich Häfner, stellvertretender Leiter des LGB, versteht die Aufregung nicht. Er spricht sogar von 2600 Hektar Vorrangfläche, aber: "Es ist doch nicht davon auszugehen, dass alle ausgewiesenen Gebiete kurzfristig ausgebeutet werden. Es geht um eine langfristige Planung von mehreren Jahrzehnten." Er weist zudem darauf hin: "Was von dem, was wir vorlegen, übrigbleibt, darüber entscheiden nicht wir, sondern die Planungsgemeinschaft Region Trier." Aufgabe des LGB sei es, alle möglichen Abbaugebiete aufzulisten.

Das Vorgehen des LGB hält Hans-Peter Felten, Sprecher der Naturschutzverbände, für "nicht seriös". Es gehe nach dem Motto "Das Unmögliche fordern, um sehr viel zu erreichen" vor. Felten wirft dem Landesamt vor, eine Vorauswahl getroffen zu haben: "Auf das Naturschutzgebiet Ernstberg hat man verzichtet, was auch richtig ist. Warum aber nicht auf das Naturschutzgebiet Döhm bei Dreis-Brück? Beide Berge sind gleichermaßen große Lagerstätten vulkanischer Gesteine. Da steckt doch Kalkül dahinter." Seine Forderung: "Der Gesteinsabbau in der Vulkaneifel muss auf bestimmte Flächen beschränkt werden, es darf nicht sein, dass überall gebuddelt wird." Mehrere ehemals markante Vulkanberge seien schon verschwunden.

Bei der Planungsgemeinschaft Region Trier ist die Rohstoff-Fachplanung für den Entwurf des neuen Regionalplans in Arbeit. Dieser wird voraussichtlich Anfang 2011 vorliegen und geht dann in ein öffentliches Anhörungsverfahren. Bis dieses und ein mögliches zweites abgeschlossen sind, wird es aber noch einige Zeit dauern. So ist laut Roland Wernig, leitender Planer bei der Planungsgemeinschaft Trier, "der Zeitpunkt der Verbindlichkeit etwaiger Vorranggebiete für die Rohstoffsicherung noch offen." Extra Zur aktuellen Rohstoff-Planung sagt Reinhard Röhrig, Prokurist bei Scherer-Lava aus Kastellaun: "Es wird nur nach Bedarf abgebaut. Und den legt nicht der Grubenbetreiber, sondern der Markt fest." (mh)