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Sozialarbeiter aus Ugenda wirbt in der Vulkaneifel für Schulprojekt.

Entwicklungshilfe : Hoffen auf Unterstützung aus der Eifel

Erfahrungsaustausch mit Fachleuten aus der Region: Sozialarbeiter aus Uganda wirbt für Schulprojekt in seiner ostafrikanischen Heimat.

(red) Im Gerolsteiner Stadtteil Oos trafen sich kürzlich zwei Männer aus zwei ganz unterschiedlichen Kulturen und Generationen zum Gedankenaustausch. Henry Nsubuga, 29 Jahre alt und Sozialarbeiter aus Uganda (Ostafrika), absolviert im Rahmen eines Austauschprogramms ein soziales Jahr in Berlin und nutzte ein paar freie Tage zu einem Besuch in der Eifel.

Zu Gast war er bei Norbert Stoldt (70 Jahre alt und seit zehn Jahren im Ruhestand), der ehrenamtlich für den Senior Expert Service (SES) mit Sitz in Bonn tätig ist. Im September hatte ihn der SES für eine Beratungstätigkeit nach Uganda entsandt, und zwar direkt zur am Viktoriasee liegenden Stadt Katosi, in der auch Henry Nsubuga lebt.

Vor sieben Jahren gründete Nsubuga eine Wohltätigkeits-Organisation namens KIDA (siehe Info), die sich zur Aufgabe gestellt hat, alleinerziehenden Müttern und benachteiligten Kindern und Jugendlichen Qualifikation und damit eine Lebensperspektive zu bieten. „Die staatlichen Schulen sind in miserablem Zustand, völlig überfüllt und ihre Lehrer unmotiviert“, berichtet Nsubuga.  Für ihn und seine Organisation war dies Antrieb, in einer Garage ein kleines Schulungszentrum einzurichten. Dort wurden unter anderem Kurse im Schneidern und Friseurhandwerk gegeben, damit Frauen sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Nun ist dieses Zentrum zu klein geworden, der Bedarf ist gestiegen,  und so möchte die Organisation ein Schul- und Bildungszentrum einrichten, das Benachteiligten offen stehen soll. „Dies zu verwirklichen, ist ohne ideelle und finanzielle Hilfe aus Deutschland nicht möglich“, erklärt Stoldt, der nach drei Wochen Uganda-Aufenthalt die Situation vor Ort eingehend studiert hat. Der SES hatte nach seinem Besuch in Katosi ein weiteres Treffen mit den Akteuren von KIDA angeregt, und so hatte man einen Gedankenaustausch in der Eifel vereinbart und so im privaten Rahmen eine Projektbeschreibung gefertigt. Sie soll potentiellen Partnern im deutschsprachigen Raum angetragen werden, um eine Partnerschaft mit Uganda zu initiieren.

Ziel der gemeinsamen Bemühungen ist es, eine Organisation, eine Initiative oder einen Schulpartner zu finden, der sich dieses Projekts annimmt und versucht, Spenden einzuwerben.

„Das ist ein langer Weg“, meint Stoldt, „aber der erste Schritt ist getan“. Das „Education Center“ (Bildungszentrum) soll eine Grundschule mit sieben Klassen umfassen und darüber hinaus Seminarräume und Unterkunft für das Lehrpersonal beherbergen. „Wenn es gelingt, 10 000 Euro Spenden einzuwerben, könnten wir schon mit dem Bau beginnen“, hofft Nsubuga.

Inn einem Gespräch mit Götz Krieger, dem zweiten Vorsitzenden des Solidaritätskreises Westafrika mit Sitz in Hillesheim, suchte man den Erfahrungsaustausch mit den in Burkina Faso realisierten Schulprojekten. Dort werden nur solche Projekte umgesetzt, an denen auch die lokal Verantwortlichen mitarbeiten und materielle Unterstützung gewähren.

 Norbert Stoldt und Henry Nsubuga verabschieden sich nach zwei Tagen intensivem Gedanken- und Meinungsaustausch in der Eifel.
Norbert Stoldt und Henry Nsubuga verabschieden sich nach zwei Tagen intensivem Gedanken- und Meinungsaustausch in der Eifel. Foto: TV/Norbert Stoldt
 Norbert Stoldt und Henry am Bahnhof Gerolstein (Verabschiedung nach 2 Tagen intensivem Gedanken- und Meinungsaustausch)
Norbert Stoldt und Henry am Bahnhof Gerolstein (Verabschiedung nach 2 Tagen intensivem Gedanken- und Meinungsaustausch) Foto: TV/Norbert Stoldt

Das sei vorbildlich, meinte Henry Nsubuga, aber für das korrupte Verwaltungssystem Ugandas kaum übertragbar. Die Mehrheit der Bevölkerung des ostafrikanischen Landes ist im schulpflichtigen Alter, der Bedarf an Bildungseinrichtungen ist immens. Nun soll mit Unterstützung aus der Vulkaneifel versucht werden, ein gemeinnütziges Projekt zu realisieren.