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Sozialverband kritisiert Pflege-Tüv

Sozialverband kritisiert Pflege-Tüv

Erhebliche Verzerrungen im neuen Benotungssystem für Pflegeheime gibt es laut dem Sozialverband VdK.

Vulkaneifelkreis. (red) "Das Bewertungssystem für Pflegeheime gehört in die Tonne", hat die VdK-Kreisverbandsvorsitzende Marita Horn mit Blick auf die neuen Testergebnisse für ambulante Pflegedienste gefordert.

"Da passt hinten und vorne nichts zusammen. Es gibt eine logische Lücke zwischen den Testergebnissen für ambulante und für stationäre Pflegeheime: Die einen sind viel zu schlecht, die anderen viel zu gut bewertet."

Andreas Peifer, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz, bekräftigte: "Das ist ein Skandal! Ein unabhängiges Institut muss das neue Benotungssystem überprüfen." Nach dem neuen Benotungssystem schnitten 28 von 48 geprüften ambulanten Pflegediensten mit der schlechtesten Note Fünf im Kernbereich "pflegerische Leistungen" ab, also rund 58 Prozent. Das gab der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) Rheinland-Pfalz auf seiner Verwaltungsratsitzung am 27. November bekannt.

Bei stationären Einrichtungen dagegen sind nur 4,3 Prozent schlecht bewertet. "Das Ergebnis ist ein Witz", sagte VdK-Landesverbandsvorsitzender Peifer. "Bei früheren Prüfungen war das Verhältnis genau umgekehrt: Da waren die stationären Einrichtungen doppelt so schlecht bewertet wie die ambulanten. Hier zeigt sich deutlich die Schönrechnerei bei den Pflegeheimen."

In dem neuen Benotungssystem könne eine Note "Mangelhaft" für schwere Pflegefehler mit einem "Sehr gut" durch "mit einem Zaun gesicherte Gartenanlage" ausgeglichen werden. Kreisverbandsvorsitzende Marita Horn: "Wenn schlechte Pflegeheime in Zukunft gute Noten kriegen, hat das noch eine weitere, dramatische Auswirkung: Denn es wird unmöglich, so eine Einrichtung zu schließen! Das neue Benotungssystem fördert schlechte Pflege!"

Andreas Peifer warf der Politik vor, diesem falschen Spiel tatenlos zuzusehen.

"Mängel dürfen nicht vertuscht werden. Denn schlechte Pflege ist nichts anderes als aktive Sterbehilfe."