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Sparkasse erleidet keinen finanziellen Schaden

Sparkasse erleidet keinen finanziellen Schaden

Die Querelen um die Beurlaubung des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Grau haben die Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel in die größte Vertrauenskrise ihres Bestehen katapultiert. Finanziell hat sich das aber nicht ausgewirkt. Das Geldinstitut setzt seinen Aufwärtstrend fort.

Daun. Den zentralen Satz bei der Bilanzpressekonferenz der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel sagte das neue Vorstandsmitglied Dietmar Pitzen: "Die Mitarbeiter und vor allem Kundenbetreuer haben es durch ihr besonderes Engagement geschafft, die Kundenbindung aufrechtzuerhalten. Ohne dies wäre wohl der ein oder andere abgesprungen." So aber sagten Pitzen und sein Vorstandskollege Helmut Sicken, dass sie mit der Entwicklung "sehr zufrieden" seien. Die Bilanzsumme der Bank stieg von 2010 auf 2011 um 1,1 Prozent auf 768 Millionen Euro. Dieser Trend wurde im ersten Halbjahr 2012 noch verbessert: um weitere 2,2 Prozent auf 786 Millionen Euro.
Auch das Kreditgeschäft wurde ausgebaut: In den vergangenen anderthalb Jahren hat die KSK Vulkaneifel knapp 250 Millionen Euro neue Kredite vergeben. Gleichzeitig wurden aber auch Kredite im großen Maße getilgt, so dass das Kreditvolumen 2011 und im ersten Halbjahr 2012 um je 20 Millionen Euro auf nunmehr 662 Millionen Euro zunahm. Pitzen kündigte an: "Wir werden auch in Zukunft ein stabiler Kreditgeber in der Region sein. Darin sehen wir eine unserer zentralen Aufgaben." Gar ein "absoluter Spitzenwert im Land und im Bund" ist laut Pitzen die Kundenkreditquote von 84 Prozent. Sie besagt, dass 84 Prozent der Kundeneinlagen direkt als Kredite in der Region weitergegeben werden. Und da sich die Bank für die Kreditvergabe somit kein teures Geld von anderen Instituten leihen muss, macht sie damit ein gutes Geschäft. In der Bilanz stehen 34 Millionen Euro Zinserträgen 12 Millionen Euro Zinsaufwendungen gegenüber. Bleiben unterm Strich 22 Millionen Euro für die Bank.
So fällt das Betriebsergebnis mit 11,8 Millionen Euro erneut hoch aus. Nach Bildung weiterer Reserven (das Eigenkapital wurde 2011 auf knapp 89 Millionen Euro gesteigert, bis heute auf 93 Millionen Euro), der Weitergabe von 500 000 Euro zur Entschuldung des Landkreises sowie dem Abzug von 250 000 Euro für Spenden und Sponsoring (unter anderem das Eifel-Literatur-Festival) verzeichnet die KSK Vulkaneifel unterm Strich einen Gewinn von gut einer Million Euro.
Bereits in den Büchern verankert ist die mit zwölf Millionen Euro kalkulierte Generalsanierung des KSK-Hauptsitzes in Daun samt Umbau und Aufstockung. 2011 sind dafür 300 000 Euro eingestellt worden, für die nächsten zehn Jahre werden es laut Vorstand Sicken jährlich 800 000 Euro sein.
Ebenfalls die nächsten Jahre wird das Geldinstitut für das Ruhegehalt des beurlaubten Vorstandsvorsitzenden Dieter Grau aufkommen müssen: jährlich rund 100 000 Euro. In diesem Jahr hat die Bank nach TV-Informationen 150 000 Euro für Graus Abfindung bezahlt. Im Gegenzug hat er seine Klage auf Wiedereinsetzung ins Amt fallenlassen (der TV berichtete). Zudem erhält Grau noch bis Ende 2012 seine vollen Bezüge. Angesprochen auf die Personalkosten für Grau gab es vom KSK-Vorstand nur eine generelle Auskunft: "Alle Personalaufwendungen sind in der Bilanz drin."Extra

Die Sparkasse Trier erhöhte die Bilanzsumme von 3,66 (2010) auf 3,81 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen stiegen von 2,78 auf 2,9 Milliarden Euro, die Kredite von 2,89 auf drei Milliarden Euro. Die Sparkasse Bitburg-Prüm steigerte ihre Bilanzsumme von 1,275 auf 1,3 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen kletterten von 982 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro, die Kredite nahmen von 723 auf 766 Millionen Euro zu. Die Sparkasse Mittelmosel - Eifel-Mosel-Hunsrück erhöhte die Bilanzsumme von 2,32 auf 2,46 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen stiegen von 1,77 auf 1,86 Milliarden Euro, die Kredite von 1,39 auf 1,47 Milliarden Euro. mh