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Sparkassenspitze im Sommer wieder komplett?

Sparkassenspitze im Sommer wieder komplett?

Der vakante Posten des Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel wird vermutlich zeitnah wieder besetzt: Angepeilt sind der 15. Juli oder 1. August. Nachfolger des beurlaubten Dieter Grau soll der Dauner Volksbankdirektor Dietmar Pitzen (40) werden.

Daun. Wenn Dietmar Pitzen in diesen Tagen in Daun unterwegs ist, braucht er über Gesprächsstoff nicht zu klagen. Wohl alle, die ihn kennen, sprechen ihn darauf an, dass er einen der exponiertesten Posten im Kreis Vulkaneifel übernehmen soll: den Vorsitz des Vorstands der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel. Diesen Vorschlag hat der Verwaltungsrat gemacht, entscheiden wird darüber der Kreistag in seiner Sitzung am Montag.
Fast 30 Bewerbungen um den Chefsessel der Bank waren eingegangen. Mit den Unterlagen von neun Kandidaten hat sich der Verwaltungsrat nach TV-Informationen näher beschäftigt, vier wurden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ein Bewerber zog seine Kandidatur zurück, so blieben drei, die in der Endausscheidung waren. Nach mehreren Wahlgängen, in denen auf zwei der Kandidaten gleich viele Stimmen entfielen, entschied sich im vierten Durchgang eine knappe Mehrheit für Pitzen. Der 40-Jährige ist verheiratet, stammt aus Bodenbach in der Verbandsgemeinde Kelberg und ist seit 2007 Chef des Regionalmarkts Eifel der Volksbank Rhein AhrEifel. Von der Entscheidung des Verwaltungsrats wurde Pitzen vom Vorsitzenden des Gremiums, Landrat Heinz Onnertz, informiert.
Bekommt der Vorschlag eine Mehrheit, wird Pitzen den Vorstand, dem auch Helmut Sicken angehört, komplettieren. Und das soll schon relativ rasch sein: am 15. Juli oder am 1. August. Von Pitzens Seite ist der Weg dafür frei. Er sagt: "Wir haben bereits über einen Auflösungsvertrag gesprochen. Zunächst geht es aber um eine ordentliche Übergabe im Haus."
Zu den Beweggründen seiner Kandidatur verweist Pitzen zum einen auf sein Alter, zum anderen auf seinen Posten "in der zweiten Führungsebene der Bank". Er sagt: "Es ist Zeit für den nächsten Schritt." Und die KSK Vulkaneifel sei "eine leistungsfähige Bank mit einer guten Mannschaft".
Auf die Frage, was seines Erachtens für ihn spreche, sagt der gebürtige Bodenbacher: "Ich kenne die Region, die Problemfelder und die handelnden Personen." Die Neubesetzung des Postens des Vorstandsvorsitzenden der KSK Vulkaneifel ist notwendig geworden, weil der langjährige KSK-Chef Dieter Grau Mitte Januar beurlaubt worden war. Er hatte sich dagegen gewehrt, dass der Verwaltungsrat seinen Vertrag nach 20 Jahren nicht mehr verlängert hatte - ohne Nennung von Gründen.
Vor dem Landgericht Trier kam es dann zu einem Vergleich: Grau erhielt 150 000 Euro Abfindung, verzichtete dafür aber auf eine Schadensersatzklage gegen die KSK und erkannte seine Beurlaubung an. Bis zum Auslaufen seines Vertrags zum Jahresende erhält er seine vollen Bezüge - 208 000 Euro Jahresgrundbetrag. Und danach Ruhegehalt von gut 100 000 Euro im Jahr.