Spielzeug mit wenig Material und viel Fantasie

Spielzeug mit wenig Material und viel Fantasie

KELBERG. In 18 Projekten haben sich Schüler, Eltern und Lehrer der Grund- und Regionalen Schule facettenreich mit Ruanda beschäftigt. Anlass: Ihre Partnerschaft mit einer ruandischen Schule hat Geburtstag, und heute ist in Kelberg Ruanda-Tag.

Man nehme eine Spülmittelflasche, einen Quarkbecher und ein paar Trinkhalme, man füge alles mit Fantasie und Geschick zusammen - und hat einen Hubschrauber. Gleichermaßen entsteht aus Eierkartons ein Krokodil, aus Konservendosen ein Roboter, aus Obstkartonagen ein Fußballstadion. "Es macht Spaß und hat nichts gekostet", bringen es Matthias Saxler, Bob Gerber und Jan Dobias auf den Punkt. Die Jungen wissen: Die Kinder in Ruanda basteln ihre Spielsachen auch aus Abfall. Sie sind Schüler der Klasse 3 b, und sie haben mit Unterstützung ihres Klassenlehrers und einiger Eltern Spielzeug aus Recyclingmaterial hergestellt. Ihre Werkstatt war ihr Klassenraum. Die "richtigen" Werkräume der Schule haben die 6 a und die 7 a in Beschlag: Die 6 a hat aus der Landkarte Ruandas ein Puzzle gemacht. Die 7 a hat nach dem Vorbild eines ruandischen Originals vier Fahrräder gebaut. Sascha Heintz findet zwar: "Kein Vergleich mit meinem Rennrad!" Aber auch hier lautete die Devise: Es werden wie in Ruanda nur gebrauchte Teile verwendet - also Holzbalken und Astgabeln, Schubkarrenräder und Spanplattenreste. "Meine tolle Truppe!" sagt die Klassenlehrerin der 8 a stolz, als sie auf die detailreiche Gestaltung eines mehrere Quadratmeter großen Modells mit dem Titel "Markttag in Ruanda" angesprochen wird. Der Vulkan stößt eine Dampfwolke aus, unter den Stoff bespannten Marktständen türmen sich Bananen und Melonen, in den Säcken auf dem Ochsenkarren sind Kaffeebohnen und Süßkartoffeln, auf Tüchern liegen Schuhe und Taschen - alles aus Ton, Knetmasse und Gips. Da staunen auch die Zweitklässler, die mit ihrer Lehrerin gerade auf einem Rundgang durch die Schule sind. "Die großen Hörner der Kuh sehen lustig aus", findet Meike Lenartz. "Mir gefällt, dass Qualm aus dem Berg kommt", sagt Jan-Niklas Thelen. Im Eingangsbereich der Schule dokumentiert die 8 R in Text und Bild die "Stationen unserer Schulpartnerschaft". Die 4 c hat das Spiel "Reise durch Ruanda" entworfen. In der Pausenhalle singt Cheryl Onnertz mit Kindern des dritten und vierten Schuljahres ruandische Lieder und zeigt ihnen Begrüßungsrituale für die heutige "Festliche Stunde" (Beginn um 11 Uhr in der neuen Sporthalle). "Ich bin erfreut, dass Schüler, Eltern und Lehrer so intensiv zusammenarbeiten", erklärt Rektor Alois Kapell im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Er hatte unter Trommelwirbel und vor der ruandischen Fahne die Projekttage eröffnet, dabei an den Beginn der Partnerschaft mit einer Schule in Mubumbano erinnert und das Ergebnis der Lebensläufe der Grundschule bekannt gegeben: Zusammen addiert haben die Kinder 1407 Kilometer zu Gunsten von Ruanda zurück gelegt. Die Ergebnisse der Projekttage sind heute von 13 bis 16.30 Uhr in der Grund- und Regionalen Schule zu sehen.