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Spitzen-Radler zurück auf der Nordschleife

Spitzen-Radler zurück auf der Nordschleife

Das 24-Stunden-Rennen Rad am Ring wird um eine Attraktion reicher: In diesem Jahr sollen nach dem Willen der Veranstalter auch Profis mitfahren. Welche Teams an den Start gehen, steht noch nicht fest.

Nürburgring. 2016 kommt eine hochklassige Radsportveranstaltung auf den Nürburgring. 50 Jahre nach dem WM-Erfolg von Rudi Altig steigt in der Eifel wieder ein Profiradrennen der Top-Kategorie. Und es soll nicht bei diesem einen Rennen bleiben.

Im Rahmen der bei Breitensportlern beliebten Veranstaltung "Rad am Ring" findet am 31. Juli ein UCI-Straßenrennen der Kategorie 1.1 statt. Zur Erklärung: Derzeit gibt es in Deutschland in den Hamburger Cyclassics und dem Tagesrennen Rund um Frankfurt nur zwei höherklassiger eingestufte Rennen. Mit seiner Wertigkeit steht das geplante Ring-Rennen auf einer Stufe mit der Traditionsveranstaltung Rund um Köln.

Allerdings ist bei der Premiere in der Eifel nicht gleich mit einem ebenso hochklassigen Fahrerfeld zu rechnen wie in der Domstadt. "Im ersten Jahr werden wir uns sicher noch nicht mit dieser Traditionsveranstaltung messen können. Aber es ist ein Anfang", sagt Organisationsleiter Hanns-Martin Fraas. "Wir werden in den nächsten Wochen die Teams anschreiben. Dann werden wir sehen, wer kommt."

Fraas und seinen Mitstreitern war daran gelegen, "Rad am Ring" fortzuführen und jetzt mit einem Profi-Rennen sozusagen zu veredeln. Die Voraussetzungen dafür wurden mit einem längerfristigen Vertrag zwischen der Capricorn Nürburgring GmbH und dem neuen Partner "Grofa - House of Brands" geschaffen. Die Grofa ist Hauptsponsor des Profirennens. "Wir sind froh, die Finanzierung so einigermaßen stehen zu haben", meint Fraas. Weitere Sponsoren seien willkommen. Aber auch mit dem jetzigen Budget wollen die Organisatoren ein interessantes Teilnehmerfeld auf die Beine stellen. Für den Orga-Chef wäre es ein Traum, ein Team wie Giant-Alpecin mit den deutschen Top-Fahrern John Degenkolb, Johannes Fröhlinger und Simon Geschke oder das Team Bora-Argon 18 für das Rennen gewinnen zu können. "Aber das hängt eben auch davon ab, ob wir noch Dynamik in unsere Finanzplanung bekommen", sagt Fraas. Auch im Radsport hat Qualität ihren Preis.

Geplant ist, das Profirennen in das 24-Stunden-Rennen von "Rad am Ring" einzubinden. Nach dem Start der Profis soll die Siegerehrung für die Breitensportler erfolgen, bevor dann der Showdown der Elite erfolgt. Idealerweise wird das Profi-Feld zunächst auf der Nordschleife seine Runde drehen, bevor die letzten rund 50 Kilometer (circa zehn Runden) auf der Grand-Prix-Strecke absolviert werden.

"Wir haben den ersten Schritt getan, und wir werden 2016 beweisen, dass wir es draufhaben, eine solche Veranstaltung zu managen." Er ist guter Dinge, einen neuen Sport-Höhepunkt für den Ring etablieren zu können. Der Kurs werde auch für die Profi-Radfahrer seinen Reiz haben.Extra

Ein Profiradrennen in der Region: Der TV hat sich bei Radsportverantwortlichen in der Vulkaneifel umgehört, was sie davon halten: Wolfgang Kreutz, Eifelrider Darscheid: Der regionale Radsport will gelebt werden, in verschiedenen (Jugend-)Gruppen, er braucht für seine Existenz nicht unbedingt die Weltbühne und den Leistungssport. Kleine, naturverträgliche Radler-Gruppen, die sich für unsere Region interessieren und den ein oder anderen Euro hier lassen, passen eher zur Eifel, als Gigantomanie, der man ja bereits ein Denkmal am Nürburgring gesetzt hat. Sinnvoller und nachhaltiger als eine teure Eintagsfliege am Ring, ist es, das Fahrrad als Sportgerät an die Schulen zu bringen.

Das wird 2016 Realität: bei der ersten Vulkanmeisterschaft für Schüler am 17. Mai. Christian Plein, Vulkanbiker Daun: Rad am Ring ist ja schon eine tolle Sache. Wo sieht man sonst in der Region so viele Radfahrer auf einen Schlag. Wenn der Nachwuchs dann auch noch Top-Fahrer live erleben kann, kann das schon einen zusätzlichen Impuls für den Radsport allgemein und die Veranstaltung am Ring geben. Vor allem Jugendliche können so auch mal Profis erleben. Thomas Blum, Triathlon-Abteilung des TuS Daun: Profis bei Radsportveranstaltungen - da habe ich eine zweigeteilte Meinung. Einerseits ist es für Zuschauer und Hobbysportler toll, solche Leute mal hautnah zu erleben oder sich mit ihnen messen zu können. Andererseits haben gerade die Profis im Radsport schon viel Unheil für ihre Sportart angerichtet. Einen Boom für den Rad- und Triathlonsport in der Region erwarte ich durch solch ein Profievent in der Nähe nicht. mh