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Stadt Daun versteigert Bilder der Eifelmalerin Christel Schneider

Kunstauktion : „Sonne mit Bäumen“ zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

Neben den beiden Wohnhäusern hat die Stadt Daun auch den künstlerischen Nachlass der im Juli 2021 verstorbenen Malerin Christel Schneider geerbt. Nun fand, wie testamentarisch festgelegt, eine erste öffentliche Bilderauktion statt. Der Erlös von 8360 Euro fließt in die Stadtkasse.

(bb) Aus einer Kaufmannsfamilie mit künstlerischem Einschlag habe sie gestammt, zu Pitt Kreuzberg sei sie in Schalkenmehren in die Lehre gegangen, bei Oskar Kokoschka habe sie in Salzburg studiert, zeitlebens sei sie der Landschaft der Eifel tief verbunden geblieben: Mit diesen Worten würdigte zu Beginn der Veranstaltung Andreas Mayer als dritter Beigeordneter der Stadt Daun die Malerin Christel Schneider (1924 bis 2021). „Schließlich hat sie ihre Heimatstadt mit ihrem Nachlass bedacht“, sagte Mayer, um sodann in der Rolle eines rhetorisch geschickten Auktionators durch den Abend zu führen.

   21 Bilder, zumeist Aquarelle, standen im Forum zur Versteigerung für die Jahre 2021 und 2022. Das entspricht der testamentarisch festgelegten Anzahl von zehn bis zwölf Bildern für alljährliche Auktionen, wie der erste Beigeordnete Manfred Krag in Vertretung von Stadtbürgermeister Friedhelm Marder erklärte.

Seit Monaten ist Krag gemeinsam mit der Galeristin Marita May-Teschauer und dem Maler Walter Manderscheid damit beschäftigt, den aus mehreren hundert Bildern bestehenden Nachlass zu sichten, zu katalogisieren und zu taxieren. 

   Von A wie Aufruf bis Z wie Zuschlag widmete sich Andreas Mayer vor einem höchst aufmerksamen Publikum, an das 48 Bieternummern vergeben worden waren, den von Christel Schneider künstlerisch in Szene gesetzten Blumen, Bäumen, Häusern und Landschaften. 15 Mal besiegelte Mayer den Kauf mit dem Hammer. Für die Mehrzahl der Kunstwerke erzielte er einen höheren Preis als das Mindestgebot. So wechselte das mit 400 Euro angesetzte Bild „Sonne mit Bäumen“ für 730 Euro den Besitzer, die mit 900 Euro angesetzten „Pusteblumen mit Landschaft“ (und Rahmen) für 1.240 Euro und waren damit teuerstes Stück des Abends. Für 250 Euro hätte man ein beidseitig bemaltes Blatt („Stillleben mit Zitronen“ und „Drei Häuser“) haben können; doch fand dieses Unikum keinen Bieter. Auch auf „Bunte helle Blüten“ (600 Euro) wurde nicht geboten. Gleichwohl: „Mit dem Verlauf des Abends und dem Erlös von 8360 Euro sind wir sehr zufrieden“, betonten Manfred Krag und Andreas Mayer am Ende.

   Zu den Menschen, die einen Zuschlag erhielten und ein Bild oder gleich mehrere Kunstwerke mit nach Hause nahmen, gehörte Beate Reuter aus Kelberg. „Ich bin schon lange eine Bewunderin der Bilder von Christel Schneider und kannte sie auch persönlich“, erzählte sie dem TV.

Vor allem die Farbkraft der Bilder habe es ihr angetan. Sie sei glücklich, ihre Sammlung, zu der bereits Bilder der Malerin gehörten, um besonders schöne Stücke erweitert zu haben, sagte Beate Reuter.

Auch Sabine Mehls aus Daun ist Liebhaberin der Kunst von Christel Schneider und ist zudem ihre Nachbarin gewesen. „Ich besitze bereits einige typische Bilder“, erklärt sie mit Blick auf Motive mit Blumen im Vordergrund und Landschaft im Hintergrund. „Diese beiden fallen einerseits aus dem Rahmen und passen andererseits wunderbar zusammen“, meinte sie und deutete auf ihre Neuerwerbungen „Blaue Häuser“ und „Haus mit Baum abstrakt“.

Mehr als ein Dutzend Bilder der ihr seit vielen Jahren persönlich verbundenen Dauner Malerin habe sie schon, erzählte Regina Holzhäuser. Nun nahm sie aus der Auktion noch „Blaue Blumen“ mit nach Hause.

Ihre Begründung: „Dieses Bild erinnert mich daran, was Christel Schneider mir mal über die hohe Kunst des Aquarellierens gesagt hat. Dass man nämlich durch die Farbe hindurch auch noch das Weiß des Papiers sehen müsse.“