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Stadt Gerolstein pflanzt keine neuen Bäume

Gerolstein. Kompromiss: Die Grünen haben im Stadtrat in Gerolstein ihre Forderung nach Neuanpflanzungen als Ausgleich für die umfangreichen Fällungen entlang der Kyll zurückgezogen. Dafür werden die Jungtriebe der gefällten Baume dort zwei Jahre nicht beschnitten. Mario Hübner

Gerolstein. Damit konnte Antragsteller Tim Steen (Bündnis 90/Die Grünen) leben - und zog deshalb auch seinen Antrag zurück, die Stadt möge für die umfangreichen Baumfällungen in den vergangenen Wochen vor allem entlang der Kyll an den innerstädtischen Parkplätzen neue Bäume als Ersatz pflanzen.
Bei nur einer Gegenstimme (Heidi Wirtz/CDU) beschloss der Stadtrat, auf Neuanpflanzungen zu verzichten.
Dafür werden aber die neuen Triebe entlang der Kyll zwei Jahre lang nicht beschnitten und geschaut, wie das dann aussieht. Danach solle erneut über eventuelle Neuanpflanzungen diskutiert und beschlossen werden.
Bei der Diskussion bahnte sich ohnehin eine breite Front gegen den Grünen-Antrag an. So sagte Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos): "Nach Auskunft unseres Revierförster sind Ersatzpflanzungen nicht notwendig. Gerolstein ist auch so grün genug." Und May konnte sich auch einen Seitenhieb in Richtung Antragsteller nicht verkneifen. Er sagte: "Zusätzliche Bäume bedürfen der Pflege und verursachen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Das passt dann aber nicht zu der Forderung, Personal beim Bauhof reduzieren zu wollen."
Helmut Hauth, Fraktionsvorsitzender der CDU, meinte ebenfalls: "Wir sehen keine Notwendigkeit, neue Bäume zu pflanzen. Gerolstein ist rundum bewachsen." Und Herbert Lames, Fraktionsvorsitzender der SPD, setzte noch einen drauf: "Ich bin der Meinung, dass noch zu wenig abgemacht worden ist. In zwei Jahren sieht man davon überhaupt nichts mehr."
Und nachdem Stadtbürgermeister May noch das Argument angebracht hatte, dass Neuanpflanzungen der künftigen Umgestaltung des Brunnengeländes eventuell entgegenstehen könnten, zog Steen dann auch seinen Antrag zurück.
Bei der Diskussion wurde überdies bekannt, dass die Stadt durch den Verkauf der Baumstämme und geschredderten Äste der gefällten Pappeln und Weiden 2000 Euro Erlös erzielt hat.