Geschichte Gerolstein will die Erinnerung an früher wachhalten

Gerolstein · Die Stadt plant, ein eigenes Archiv einzurichten. Zunächst sollen wichtige Dokumente der Stadtgeschichte digitalisiert werden.

 Inge Böffgen hat Stadtbürgermeister Uwe Schneider sämtliche Unterlagen, Bilder, Postkarten, Bücher und Manuskripte ihres verstorbenen Mannes Karl-Heinz „Böbbes“ Böffgen, den ehemaligen Hobbyhistoriker der Stadt, geschenkt.

Inge Böffgen hat Stadtbürgermeister Uwe Schneider sämtliche Unterlagen, Bilder, Postkarten, Bücher und Manuskripte ihres verstorbenen Mannes Karl-Heinz „Böbbes“ Böffgen, den ehemaligen Hobbyhistoriker der Stadt, geschenkt.

Foto: TV/Stadt Gerolstein

Gerolsteins Stadtbürgermerister Uwe Schneider (SPD) blickt über die aktuelle Stadtpolitik hinaus und informiert über ein neues Vorhaben: „Wir möchten die Geschichte der Stadt Gerolstein für jeden erlebbar machen.“

In einem ersten Schritt hat die Stadt dazu die vielfältigen Unterlagen des verstorbenen Hobbyhistorikers Karl-Heinz „Böbbes“ Böffgen übernommen. Im Rahmen einer Schenkung hat Inge Böffgen alle Unterlagen, Bilder, Postkarten, Bücher und Manuskripte ihres verstorbenen Mannes der Stadt Gerolstein geschenkt. Und das sind sehr viele, denn Böbbes war unermüdlich im Einsatz, Bilder und Dokumente, die die Entwicklung Gerolsteins belegen, zusammenzutragen, zu ordnen und im geschichtlichen Kontext einzuordnen. Das gilt für erfolgreiche wie wie für dunkle Zeiten der Gerolsteiner Historie. So hat Böbbes das Schicksal der Gerolsteiner Juden aufgearbeitet und niedergeschrieben und auch das unheilvolle Treiben der Nazis in Gerolstein beleuchtet. Schneider sagt, dass damit neben der Erinnerung an die wechselvolle Geschichte der Brunnenstadt ein weiteres Ziel verfolgt werde: „Wir möchten damit Böbbes ein ehrendes Andenken bewahren und damit unsere Wertschätzung seiner jahrelangen Arbeit für die Stadt Gerolstein aufzeigen.“ Daher bedanke er sich auch bei Inge Böffgen für die großzügige Spende: „Vielen Dank, liebe Frau Böffgen.“ Schneider kündigte an, dass die Sammlung nach und nach digital aufgearbeitet werden solle.

In einem zweiten Schritt sollen all die historischen Unterlagen auf der Homepage der Stadt (www.gerolstein.org) veröffentlicht werden. Ein Anfang ist bereits gemacht. So seinen unter dem Unterkapitel „Gerolstein, Kernstadt“ die Stadtgeschichte, verschiedene Stadtansichten, die Kirchen sowie die Wahrzeichen der Stadt bereits gewürdigt. Diese Seiten seinen aber noch im Aufbau und würden nach und nach gepflegt und weiterentwickelt. Schneider berichtet zudem über ein besonderes Schmankerl: „Hier haben wir auch, dank der freundlichen Freigabe von Volker Simon, Originalfilme von seinem Vater Jupp Simon eingestellt.“

In einem dritten Schnitt will sich der Stadtbürgermeister dafür einsetzen, eine Art „Stadtarchiv“ ins Leben zu rufen. Ein Konzept sei bereits erarbeitet worden, müsse aber zunächst noch mit dem Stadtrat abgestimmt werden. Schneider: „Ziel soll es sein, interessierte Bürgerinnen und Bürger für die Stadtgeschichte Gerolsteins zu interessieren und diese digital erlebbar zu machen. Gleichzeitig möchte ich mich dafür einsetzen, dass alte Bilder und andere Zeitdokumente nicht verschwinden, sondern für uns und für unsere Nachwelt erhalten bleiben.“