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Stadt würde gerne am Bahnhof weitermachen

Stadt würde gerne am Bahnhof weitermachen

Wie und vor allem wo geht es weiter mit dem Ausbau der Kyll in Gerolstein? Das will der Bauausschuss noch in diesem Monat entscheiden. Klar ist: Alle Wünsche dürften den Kostenrahmen von drei Millionen Euro sprengen.

Gerolstein. Während der erste Abschnitt des millionenschweren Umbaus der Kyll in Gerolstein bereits im vollen Gang ist (mit Ausnahme der aktuellen Hochwasserpause), muss nun dennoch bereits entschieden werden, wo weitergebaut wird und was alles neu gemacht werden soll. Denn: Bis Ende Juni müssen dem Umweltministerium in Mainz eine grobe Kostenschätzung und Planung vorgelegt werden. Dies bezuschusst das Vorhaben mit 90 Prozent.
"Der Bauausschuss der Stadt Gerolstein wird darüber am 22. Juni beraten und eine Entscheidung fällen", kündigt der Erste Stadtbeigeordnete Klaus Jansen an, der derzeit Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz urlaubsbedingt vertritt.
Vier Bereiche kommen infrage: die Strecke kyllabwärts bis nach Lissingen, der Bereich um den Bahnhof, der Bereich hinter dem Gelände des Gerolsteiner Brunnens sowie die sich daran anschließende Strecke kyllaufwärts in Richtung Pelm.
Da gilt es, Prioritäten zu setzen, da der Gesamtkostenrahmen von drei Millionen Euro eingehalten werden soll. So lauten zumindest die vielfach wiederholten Beteuerungen von Stadtspitze und Ratsfraktionen in den vergangenen Wochen und Monaten.
Geld könnte knapp werden


Da der erste Bauabschnitt bereits gut 1,25 Millionen Euro verschlingen wird, bleiben für die restlichen Vorhaben noch 1,75 Millionen Euro. "Bei den ganzen Vorhaben könnte es knapp werden", sagt Jansen und fügt hinzu: "Natürlich wollen wir vor allem den Bahnhof samt seines kompletten Umfelds rasch und gut hinbekommen und nicht zehn Jahre lang daran bauen. Er ist ein wichtiger Eingang zur Stadt."
Nachdem die VG-Werke vor drei Jahren das Bahnhofsgebäude gekauft und saniert haben, stehen ab 2018 der Bau einer Überführung über die Gleise sowie der Umbau der gesamten Bahnstation durch die Deutsche Bahn an.
Daher soll auch das Areal zwischen Verkehrsstation und Fluss zeitnah dementsprechend auf Vordermann angebracht werden.
Ebenfalls wichtig ist der Stadt aber auch, das ehemalige Areal des Gerolsteiner Brunnens umzugestalten, damit es Gewerbetreibende und Touristen anlockt. Daher ist für dort seit Anbeginn der Überlegungen auch im Gespräch, die Kyll aus ihrem Versteck hinter den großen Gebäudekomplexen zu befreien und für Besucher zugänglich und erlebbar zu machen. Stufen am und ins Wasser, ein Erlebnisspielplatz oder aber Gastronomie am Fluss waren bereits diskutierte Ideen. Bislang steht die konkrete Neuplanung des Gewerbeareals aber noch in den Sternen.
Mit Blick auf die jüngsten Hochwasserereignisse zeigt sich Stadtbeigeordneter Jansen aber auch als Realist. Neben diesen städtebaulich geprägten Vorhaben am Bahnhof und beim Gerolsteiner Brunnen "wird das Ministerium mit Sicherheit auch darauf drängen, dass viele Renaturierungsaspekte beim Kyll-Umbau berücksichtigt werden." Das wiederum würde die beiden Kyll-Abschnitte am nordöstlichen (in Richtung Pelm) und südwestlichen Stadtausgang stärker in den Vordergrund rücken. Dort könnten eine Verbreiterung des Flussbettes sowie bewusste Überschwemmungsflächen dafür sorgen, dass künftig Hochwasser nicht mehr so viel Schaden anrichtet.