Stadtbürgermeisterwechsel in daun steht bevor: Marder folgt auf Robrecht

Kommunalpolitik : Marder übernimmt, Robrecht verlässt die politische Bühne

Am 18. Juli ist Auftakt des neuen Dauner Stadtrats: Im Zentrum steht die Amtseinführung des Stadtbürgermeisters, auch die Kandidaten für die Beigeordnetenposten stehen fest.

„Endlich wieder ein Stadtbürgermeister aus den eigenen Reihen“: Diesen Wunsch hat der Vorsitzende des christdemokratischen Stadtverbands Daun, Dieter Brill, lange gehegt. Denn es ist schon etwas her, dass die Partei das Stadtoberhaupt gestellt hat. Zuletzt war es Heinz Mengelkoch, der von 1993 bis 1999 Stadtbürgermeister war. Nächste Woche wird Brills Wunsch in Erfüllung gehen, wenn Friedhelm Marder das Amt des Dauner Stadtbürgermeisters von Martin Robrecht übernimmt.

Zwar hat Robrecht auch ein „schwarzes“ Parteibuch, war aber vor fünf Jahren als unabhängiger Bewerber angetreten und hatte in der Stichwahl den CDU-Kandidaten Gerd Becker besiegt. Robrecht hatte im Herbst 2017 erklärt, er werde bei der Kommunalwahl 2019 nicht für eine Wiederwahl kandidieren.

In der Übergangsphase seit der Kommunalwahl Ende Mai, bei der Marder als alleiniger Bewerber gewählt worden war, hat es zwar einige Treffen von Robrecht und Marder gegeben, aber aufwendige Übergaben sind nicht erforderlich, schließlich war Marder als erster Beigeordneter mit einem eigenen Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren stets mittendrin im „Stadtgeschäft“.

Und Martin Robrecht? Er wird sich komplett von der kommunalpolitischen Bühne verabschieden, auch die Offerte, für den Rat der Verbandsgemeinde Daun zu kandidieren, hat er abgelehnt: „Ich habe mich entschieden, einen klaren Schnitt zu machen“, sagt der 66-Jährige. Seine Bilanz: „Die fünf Jahre als Stadtbürgermeister waren eine tolle Erfahrung, es hat echt Spaß gemacht. Dazu beigetragen hat, dass ich mich stets von der Dauner Bevölkerung getragen gefühlt habe, hinzu kommt die sehr konstruktive Zusammenarbeit im Rat.“ Den Großteil seiner Amtszeit  war er durchschnittlich 25 bis 30 Stunden in der Woche im Einsatz.  „Der gut gefüllte Terminkalender  hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich nicht auf dumme Gedanken gekommen bin“, sagt der frühere Berufssoldat – mit einem Augenzwinkern.

Robrecht war bei Amtsantritt 2014 schon Pensionär, Marder ist im Juni dieses Jahres 60 geworden und steht noch voll im Arbeitsleben. Beruflich ist er für die Organisation des Teams von Haustechnikern zuständig, das die Schulen in Kreisträgerschaft in Daun betreut. „Mit meinem Arbeitgeber Kreis Vulkaneifel bin ich in guten Gesprächen über eine Lösung, wie ich meine Arbeitszeit reduzieren kann“, berichtet Marder, der aus Neroth stammt, aber schon 35 Jahre in Daun lebt.

Wer wird mit ihm den künftigen Stadtvorstand bilden? Die SPD wird für den Posten des ersten Beigeordneten den bisherigen zweiten Beigeordneten Manfred Krag vorschlagen. Die CDU, stärkste Kraft im Stadtrat, hat für das Amt des zweiten Beigeordneten den bisherigen Fraktionssprecher und Ortsvorsteher des Stadtteils Pützborn  auserkoren. Komplettiert werden soll die Riege mit dem Kandidaten des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV): Er hat mit Dieter Wilhelm in der letzten Wahlperiode den dritten Beigeordneten gestellt, nun soll dieses Amt Andreas Mayer übernehmen. Die Freien Wähler haben zwar wie der GVV drei Sitze im neuen Stadtrat, verzichte aber laut Fraktionssprecher Helmut Giesen darauf, einen Kandidaten für den Posten des dritten Beigeordneten bei der Wahl am nächsten Donnerstag aufzustellen.

Die konstituierende Sitzung des Dauner Stadtrats, in deren Rahmen der neue Stadtbürgermeister ins Amt eingeführt wird, ist am Donnerstag, 18. Juli, im Bürgerhaus in Daun-Boverath. Beginn ist um 17 Uhr.

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