STADTENTWICKLUNG

GEROLSTEIN. Nach Jahre langem Hick-Hack ums Baugebiet "Waldhotel/Am Schulzentrum" scheint das Ende der Zwistigkeiten mit den Anwohnern nah. Damit könnte der Bebauungsplan für die mehr als 30 Häuser der "Calluna Residenz" bald rechtskräftig werden. Die Fertighausfirma Streif soll die Häuser bauen.

"Wir sind auf der Zielgeraden. Die Verhandlungen könnten in zwei Wochen abgeschlossen sein", resümierte Heinz Weber, Geschäftsführer der Calluna GmbH, am Montagabend nach Gesprächen mit dem Häuslebauer Streif. Das Areal gehört der Calluna GmbH. Streif soll die Häuser bauen und vermarkten. "Rechnen Sie selbst die Grundstückspreise und Baukosten für mehr als 30 Häuser zusammen. Da werden schon ein paar Millionen Euro an Investitionen los getreten", meint Weber. Bereits seit April 2001, seit der ersten Fassung des Bebauungsplanes, wird über Grundstücksgrößen, Firsthöhen, Straßenverlauf oder auch Grünflächen diskutiert. Nach einigen Veränderungen und einer erneuten Bürgeranhörung im Mai 2004 sowie einer Offenlegung des überarbeiteten Entwurfs im Oktober hat die Verwaltung den Plan immer noch nicht in trockenen Tüchern.Höher erlaubt als von Nachbarn erwünscht

Sechs Anlieger der Straßen "Am Mossweg" und "Burgweiher" stellten elf Anträge auf Änderungen. Elke und Karl-Heinz Munkler wollten erreichen, dass die Firsthöhe von 8,20 Meter auf sieben Meter herunter gesetzt wird. Der Stadtrat hält an den 8,20 Meter fest. Begründung: Bei einer Firsthöhe von sieben Metern könne teilweise nicht zweigeschossig gebaut werden, und somit würden fast nur Bungalows entstehen. Dies bedeute eine schlechtere Ausnutzung der Grundstücke und eine "massive Beeinträchtigung" für die künftigen Bauherren - keine so unproblematische Erklärung, weil für zwei Parzellen im westlichen Teil eine andere Regelung gilt. Da die künftige Straße, die zwischen Tennishalle und Hotel ins Neubaugebiet führen soll, an diesen zwei Parzellen einen Bogen macht, darf aus baurechtlichen Gründen dort nur mit einer maximalen Firsthöhe von acht Metern auf dem einen Grundstück und sieben Metern auf dem anderen gebaut werden. Inge und Hermann Krämer-Eis, ebenfalls Anlieger vom Mossweg, haben da gut lachen. Allerdings gibt der Stadtrat dem Ehepaar Munkler in einem anderen Punkt Recht: Es dürfen nur 30 Prozent statt vorher 40 Prozent der jeweiligen Grundstücke bebaut werden, und ein Grundstück für ein Einzelhaus muss mindestens 500 Quadratmeter groß sein. Auch Anja und Willibrord Pitzen sowie Liesbeth und Reinhard Laub (beide Paare wohnen im Burgweiher) hatten Angst, dass ihnen die neuen Nachbarn zu nahe auf die Pelle rücken könnten. Die Bauabteilung sieht da keine Gefahr, weil bei der 30-Prozent-Regelung genügend Freiraum bleibt.Erschließung vielleicht schon im Sommer

Bei Pitzens würde der Abstand zur Grundstücksgrenze acht Meter betragen und damit fünf Meter mehr als gesetzlich gefordert. Bei Laubs würde der Abstand zwischen bebaubarer Fläche und der Grundstücksgrenze sogar 15 Meter betragen. Einige Anträge befassten sich mit der Straßenführung. Der Stadtrat verspricht, die Höhen in die Planurkunden zu übernehmen. Dem Ehepaar Krämer-Eis wird außerdem ein drei Meter breiter Grünstreifen vor den zwei Parzellen zugebilligt. Hans-Peter Kuhl forderte die Festsetzung von Pflanzstandorten für Bäume am Fußweg zum Schulzentrum. Auch hier wird der Plan geändert. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass nur noch zu den neuesten Änderungen Einsprüche möglich sind. Diese Frist läuft am zehnten Januar ab. Wenn der Stadtrat bei der nächsten Sitzung am 17. Februar den Satzungsbeschluss fasst, kann Ende Februar der endgültige Bebauungsplan rechtskräftig sein. Weber, Calluna-Geschäftsführer, prognostiziert dann "eine Erschließung im ersten Halbjahr und die ersten Verkäufe im zweiten Halbjahr 05". Allerdings bleibt der Calluna-Chef skeptisch: "Wenn ein Anlieger einen Rechtsstreit anzettelt, muss alles auf Eis gelegt werden."

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