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Stadtkyll hat einige Pläne für das laufende Jahr geschmiedet

Ortsentwicklung : Zuversicht in Stadtyll: Die Mischung stimmt

Im Corona-Jahr 2020 musste auch die Tourismus-Hochburg Federn lassen. Aber der Ortsbürgermeister ist mit Blick auf die solide finanzielle Situation der Gemeinde optimistisch und hat einiges vor.

Stadtkyll gilt mit dem Ferienpark im Wirfttal, einem Badesee, dem Waldjugendcamp und weiteren Angeboten als das touristische Zentrum an der Oberen Kyll. In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich 70 000 Besucher und rund 260 000 Übernachtungen gezählt.

Die Ortsgemeinde hat 2016 errechnet, wie viel Geld ein durchschnittlicher Übernachtungsgast in der Eifel lässt und kam am Ende auf die Summe von 73 Euro am Tag für Einkäufe, Gastronomiebesuche und Übernachtungskosten. Auf ein Jahr hochgerechnet ergibt das die stattliche Zahl von rund 22 Millionen Euro. Einnahmen, die in Stadtkyll, aber auch in der Umgebung des Orts mit seinen 1500 Einwohnern im Pandemie-Jahr 2020 schmerzhaft vermisst wurden.

Trotz der Einbußen im Tourismusbereich ginge es der Gemeinde jedoch den Umständen entsprechend gut, sagt Ortsbürgermeister Harald Schmitz. „Der Branchenmix aus Tourismus, Handel, Handwerk und Gewerbe lässt uns positiv in die Zukunft schauen.“ Die aktuelle Haushaltslage sei sogar so solide, dass Stadtkyll seit diesem Jahr nicht mehr am kommunalen Entschuldungsfonds teilnehmen müsse, berichtet Schmitz.

Und freut sich über diese Entwicklung: „Die Schulden sind weiter geschrumpft, eine finanzielle Unterstützung seitens des Landes ist nicht mehr notwendig.“ Dennoch bliebe ein Unsicherheitsfaktor, fügt der Bürgermeister hinzu: „Die Entwicklung der Verbandsgemeinde- und der Kreisumlage in den kommenden Jahren kann für uns zur Herausforderung werden.“ Trotz der weitgehenden Einschränkungen, die Corona mit sich brachte, wurde die Renaturierung der Kyll samt der Umgestaltung der Flächen entlang des Flusses zu Ende geführt, erzählt Schmitz. „Im Dezember erfolgte eine erste Abnahme.“

Mit Beginn im September 2019 wurde die Kyll im Ortskern auf rund 800 Metern im Rahmen der Aktion Blau plus renaturiert. Der neu geschaffene Kyllpark umfasst eine Fläche von drei Hektar und bietet unter anderem Grillplätze, zusätzliche  Fußwege und zwei neue Brücken für Radfahrer und Fußgänger. Das Projekt wurde vom Land mit 90 Prozent der Kosten von 1,55 Millionen Euro gefördert. Wann eine offizielle und feierliche Eröffnung des Kyllparks erfolgt könne er zurzeit selbstverständlich nicht absehen, „das müssen wir von der allgemeinen Situation abhängig machen“, sagt der Bürgermeister.

Ein anderes, wichtiges Vorhaben hat das Virus dann aber doch ausgebremst: „Im Wald-Jugendcamp konnten Sanierungsarbeiten nicht ausgeführt werden, die Maßnahmen sind jedoch noch aufschiebbar“, sagt Schmitz.

Einige Pläne für das laufende Jahr sind bereits geschmiedet: Im Bereich der Kurallee sollen Parkflächen entstehen, auf einer Teilfläche der Stadtkyller Festwiese ist ein Wohnmobilstellplatz vorgesehen. „Konkrete Kosten für die Maßnahmen liegen noch nicht vor, noch muss auch geprüft werden, ob dafür Fördermaßnahmen generiert werden können.“

Die Stimmung in der Kylltal-Gemeinde wertet der Bürgermeister trotz der Einschränkungen durch den nun schon länger angeordneten Lockdown positiv. „Ich denke, dass wir damit hier in Stadtkyll sehr gut umgehen und das Beste aus der Situation machen.“ Wie in vielen anderen Gemeinden besteht auch in Stadtkyll das Angebot, für ältere, alleinstehende, hilfsbedürftige und kranke Mitbürger und Mitbürgerinnen, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. „Das gilt selbstverständlich auch für alle, die sich in Quarantäne befinden“, sagt Schmitz. „Zusätzlich bieten viele Betriebe Bringdienste an. Ich möchte den guten Zusammenhalt im Ort und die sehr gut funktionierende Nachbarschaftshilfe lobend hervorheben.“

Eine Frage bleibt: die nach Leerständen, wovon auch Stadtkyll nicht verschont bleibt. „Leerstände haben wir zwar auch, aber nur im geringen Umfang“, antwortet der Bürgermeister. „Es gibt eine intakte Infrastruktur, zu der die Kindertagesstätte, die Schule und die vielen Geschäfte zählen. Bestimmt spielt auch die Attraktivität des Ortes hierbei eine Rolle.“

 Der Kyllpark in Stadtkyll im Winterschlaf: Das neue Aushängeschild des 1500-Einwohner-Orts konnte trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fertiggestellt werden.
Der Kyllpark in Stadtkyll im Winterschlaf: Das neue Aushängeschild des 1500-Einwohner-Orts konnte trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fertiggestellt werden. Foto: Harald Schmitz

Eigentümer von leerstehenden Gebäuden würden  bei der Vermarktung von der Gemeinde unterstützt, sagt Schmitz. „Das ist jedoch wegen der aktuell schlechten Zinssituation sehr schwierig.“