Stadtkyller warten auf Geldregen

Stadtkyller warten auf Geldregen

Keine Änderung im Vorsitz des Jugendhilfeausschusses des Kreises Vulkaneifel: Sieglinde Schmitz (CDU) wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt. Mehrheitlich entschieden wurde auch, dass die Sanierung des Freibads Stadtkyll weiter auf dem ersten Platz der Prioritätenliste für Großprojekte im Sportbereich steht.

Daun. Kleines Erfolgserlebnis für die in jüngster Zeit arg gebeutelten Christdemokraten: Sieglinde Schmitz (CDU) ist als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses des Kreises wiedergewählt worden. Und das mit deutlicher Mehrheit: Elf der 15 stimmberechtigten Ausschussmitglieder votierten in geheimer Wahl für die Birresbornerin, Gegenkandidat Stefan Schmitz (SPD, Hillesheim) bekam vier Stimmen. Das Ergebnis war für viele Beobachter überraschend, denn es war davon ausgegangen worden, dass Stefan Schmitz zumindest die fünf Stimmen von SPD (zwei Sitze im Ausschuss), FWG, FDP und Bürgerunion Vulkaneifel (BUV) (haben jeweils einen Sitz im Ausschuss), die die neue Mehrheit im Kreistag bilden, bekomme. "Mir war klar, dass es angesichts der Konstellation im Ausschuss nicht einfach werden würde, zu gewinnen. Trotzdem hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht", erklärte Schmitz im TV-Gespräch.

Indirekt stellt die CDU nun auch den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden. Gewählt wurde Friedbert Wißkirchen, der als (ehrenamtlicher) Vorsitzender des Sportkreises Vulkaneifel im Ausschuss sitzt. Im Hauptberuf ist der CDU-Mann erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Daun. Er setzte sich mit neun gegen sechs Stimmen gegen die FWG-Kandidatin Walfriede Kasel (Ormont) durch.

Und noch eine "Kampfabstimmung": In der Abstimmung über die Prioritätenliste 2010 des Kreises für geplante Großprojekte im Sportstättenbereich gab es eine deutliche Mehrheit dafür, dass die Modernisierung/Sanierung des Waldfreibads in Stadtkyll auf dem ersten Platz bleibt. Das Projekt (geschätzte Kosten rund 2,75 Millionen Euro) steht schon seit 2006 ganz oben auf der Liste. Obwohl noch völlig offen ist, wann das Vorhaben realisiert werden kann, ist der erste Platz auf der Prioritätenliste wichtig, denn erfahrungsgemäß hat nur das vordringlichste Projekt Aussicht auf Umsetzung. Friedbert Wißkirchen und Ausschussmitglied Karl Häfner (Bürgermeister der VG Kelberg) hatten dafür plädiert, die Sanierung der Sportplatzanlage in Kelberg (geschätzte Kosten rund 1,3 Millionen Euro) auf den ersten Platz zu setzen. Häfner verwies auf die gravierenden Mängel der Anlage, Wißkirchen erklärte, die Badsanierung sei sicher notwendig, aber aus Sicht des Sports habe Kelberg die höhere Priorität. Landrat Onnertz verwies darauf, dass Stadtkyll schon mehrfach geschoben worden sei. Nun stelle sich die Frage: "Wollen wir das Bad halten oder nicht?"

Am Ende einer sachlichen Diskussion ein klares Ergebnis: Mit großer Mehrheit wurde entschieden, dass die Sanierung des Freibads Stadtkyll weiter auf dem ersten Platz der Prioritätenliste steht.

Meinung

Keine Nagelprobe

Dass der unterlegene SPD-Kandidat nicht alle Stimmen der neuen Kreistags-Mehrheit bekommen hat, ist noch kein handfestes Indiz dafür, dass sie schon abbröckelt, denn die Wahl um einen Ausschuss-Vorsitz war keine Nagelprobe für das Bündnis. Aber ein Signal ist es doch: Blinde Gefolgschaft gibt es in dieser Interessengemeinschaft mit teils sehr unterschiedlichen Interessen nicht. Andererseits darf die CDU das Wahlergebnis nicht überschätzen. Weniger die politische Heimat als vielmehr die gute Arbeit von Sieglinde Schmitz in den vergangenen fünf Jahren als Vorsitzende und auch deren Fachkompetenz haben sicher maßgeblich zu ihrem Wahlerfolg beigetragen. s.sartoris@volksfreund.deExtra Der Jugendhilfeausschuss hat 29 Mitglieder, 15 davon mit Stimmrecht. Acht der stimmberechtigten Mitglieder werden von den Kreistagsfraktionen benannt (drei von der CDU, zwei von der SPD und jeweils ein Mitglied von FDP, FWG und BUV). Abstimmen dürfen auch sechs Vertreter sogenannter "freier Träger": Rotes Kreuz, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Sportbund, Kreismusikverband und Jugendfeuerwehrverband. Ebenfalls stimmberechtigt ist auch der Landrat.