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Stadtrat von Gerolstein für Zusammenschluss Gerolstein-Hillesheim-Obere Kyll

Kommunalpolitik : „Hauptstadt“ bekennt sich zur Fusion

Der Stadtrat von Gerolstein hat sich einstimmig für den Zusammenschluss Gerolstein-Hillesheim-Obere Kyll ausgesprochen – auch wenn die Stadt die größte finanzielle Last aller beteiligten Kommunen zu tragen hat.

Als einen historischen Moment, über den er sich von ganzem Herzen freue, bezeichnete Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, das einstimmige Votum des Stadtrats zur Fusion der Verbandsgemeinden Gerolstein-Hillesheim-Obere Kyll. Zuvor hatte er sich ausführlich für den Zusammenschluss starkgemacht und hervorgehoben, welche Bedeutung die Abstimmung in der Brunnenstadt hat. „Die Fusion kommt erst zum Tragen, wenn sowohl die Mehrheit der Gemeinden als auch die Mehrheit der Einwohner dafür stimmen“, sagte Pauly mit Verweis auf die Tatsache, dass in der Stadt mit rund 7500 Einwohnern deutlich mehr als die Hälfte aller Einwohner in der Verbandsgemeinde Gerolstein (13 500 Einwohner) leben. Er sagte: „Heute ist eine ganz zentrale Entscheidung und ich werbe außerordentlich dafür, dass Sie für die Fusion stimmen“, sagte er dem Stadtrat. Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass die Stadt Gerolstein wegen ihrer wirtschaftlichen Stärke Hauptzahler des neuen Bündnisses sein werde. Laut Pauly wird die Stadt allein rund ein Drittel der Gesamtlast der neuen VG zu tragen haben - in Zahlen: rund 2,5 Millionen Euro. So würden jährlich an zusätzlicher Umlagenbelastung 450 000 Euro auf die Stadt zukommen – und zwar die nächsten Jahre. Pauly sagte: „Das ist der Invest, wenn Sie bereit sind, etwas für die Stadt Gerolstein zu tun. Und es ist ein guter Invest in das Mittelzentrum und den Verwaltungssitz Gerolstein.“

Für die Schulden an der Oberen Kyll müsse die Stadt allerdings nicht aufkommen. Zudem betonte Pauly, dass es mittelfristig das Ziel sein müsse, die Gesamtkosten und somit auch die Belastung der Kommunen deutlich zu reduzieren - über Personaleinsparung. „Das geht nun einmal primär über die Personalkosten, sollte aber über die natürliche Fluktuation gehandhabt werden“, schlug der Bürgermeister vor.

Während Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) sich nicht zum Thema äußerte, taten die Vertreter der Fraktionen ihre Meinung kund. „Die Kosten, die wir übernehmen müssen, sind ein Invest in die Zukunft Gerolsteins, der sich rasch auszahlen wird“, sagte Horst Lodde von den Grünen.

Werner Schwind (CDU) meinte, dass die Fusion die Stadt zunächst einmal teuer zu stehen komme, strategisch sei sie für Gerolstein aber natürlich ein Gewinn. Daher müsse man zustimmen. Schwind: „Ich bin es als Förster gewohnt, langfristig zu denken.“

Heinz Weber (FWG) meinte, er sei nicht sicher, dass der Schritt richtig sei. Noch verband er damit Hoffnungen: „Eine größere Verwaltungseinheit bringt die Chance mit sich, mehr Funktionen am Verwaltungssitz zu haben.“ Und der sei nun einmal in Gerolstein.