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Städtepartner Gerolsteins leiden unter der Corona-Pandemie

Corona-Auswirkungen auf Städtepartner : Gegenseitige Besuche sind zurzeit nicht möglich

Nicht nur in der Vulkaneifel hat die Corona-Pandemie das Miteinander verändert, auch in Gerolsteins Partnerstädten Digoin und Gilze en Rijen ist das öffentliche Leben eingeschränkt – es wird befürchtet, dass sich die Freunde lange nicht sehen können.

„Unsere Aufgabe ist, zu Hause bleiben und warten“, schreibt Julie Villanueva vor einigen Tagen aus Digoin, der französischen Partnerstadt Gerolsteins im Departement Saone-et-Loire.

Sie hätte das Glück, äußert die Deutschlehrerin, nicht alleine zu leben und einen Garten zu haben - so werde die Zeit nicht allzu lang. Doch sie macht sich Sorgen: Denn auch in ihrer zumeist ländlichen Region, hatten sich nicht alle Bürger an die strikte Ausgangssperre gehalten, die am 11. Mai teilweise aufgehoben wurde.

„Das ist schade, denn wir müssen solidarisch mit den Personen sein, die in Krankenhäusern arbeiten.“ Es habe zu viele schlechte Nachrichten gegeben, denn jeden Tag  sei die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Leute gestiegen – „das ist schrecklich und beängstigend,“ sagt Julie Villanueva.

Seit Montag dürfe sie wieder als Lehrerin arbeiten, doch wie in Deutschland sei noch manches ungewiss. „Dazu gibt es jeden Tag neue Beschlüsse der Regierung, aber keinen gemeinsamen Plan.“

Das Departement Saone-et-Loire mit seinen rund 500♦000 Einwohnern, in dem die Gemeinde Digoin liegt, meldet Stand Dienstag, 12.  Mai, rund 900 aktuelle Covid-19-Fälle, 182 Menschen sind gestorben.

Die Statistiken für die niederländische Provinz Noord-Brabant mit ihren rund 2,5 Millionen Einwohnern zeigen, das der Virus  dort besonders heftig zugeschlagen hat: die Zahlen des Gesundheitsministeriums verzeichnen alle Erkrankungen und Todesfälle vom Beginn der Krise bis einschließlich Dienstag, 12. Mai. Danach waren insgesamt 8718 Menschen als infiziert gemeldet, 1468 sind gestorben. In Noord-Brabant liegt Gilze en Rijen, die „inoffizielle“ Partnerstadt Gerolsteins in den Niederlanden (siehe Info).

„Uns hat es ziemlich schwer erwischt“, sagt Bert Wagemakers am Telefon. Auch in seiner Gemeinde war das öffentliche Leben eingefroren, Veranstaltungen verboten – Kontakte beschränkt. „Unseren diesjährigen Fahrradausflug nach Gerolstein mussten wir absagen“, sagt Wagemakers. Inzwischen wagen auch die Niederlande leichte Lockerungen, seit dem 11. Mai sind Grundschulen und Kitas geöffnet, Touristen dürfen ab dem 1. Juli wieder einreisen.

„Es sind schwierige Zeiten für alle Unternehmer und Selbständigen, viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.“ In der derzeitigen Lage sei es unmöglich, Städtepartnerschaften aktiv zu betreiben, schließt Wagemakers.

Dass die persönlichen Begegnungen in diesem Jahr wegfallen, sei ein Problem, sagt Evi Linnerth, im Gerolsteiner Stadtrat für die Partnerschaften zuständig. „Wir müssen uns in Zukunft sehr anstrengen, die Kontakte aufrechtzuerhalten.“