Starke Nerven und brennendes Interesse für Feuerwehr
Hillesheim/Bolsdorf · Mehr als 40 Jahre und eine Menge Arbeitskraft hat Helmut Schmitz in die Freiwillige Feuerwehr gesteckt. Begonnen hat er 1958 in Bolsdorf. Später hat er als Kreisfeuerwehrinspekteur die Wehren im Vulkaneifelkreis entscheidend geprägt.
Hillesheim/Bolsdorf. Ein halbes Leben hat Helmut Schmitz mit ihr verbracht, und sie ist beinahe wie ein eigenes Kind für ihn: die freiwillige Feuerwehr. Mehr als 40 Jahre hat er als Wehrführer und später als Kreisfeuerwehrinspekteur die Strukturen und Organisation der Wehren im Landkreis gestaltet. Er hat die technische Einsatzleitung geschaffen, und 28 der inzwischen 40 Jugendfeuerwehren im Vulkaneifelkreis wurden während seiner Amtszeit gegründet. Die Jugend lag und liegt ihm am Herzen. "Denn die beste Technik hilft nichts, wenn die Ausbildung nicht stimmt", erklärt Schmitz.
In Zeiten von Tschernobyl befasste er sich mit Strahlenschutz. In der Eifel wurden Messungen mit einem Strahlenmessgerät gemacht. "Das Gerät sah aus wie ein Bügeleisen", beschreibt der Bolsdorfer. Die ganzen Berechnungen zu machen, obwohl ihm zunächst die Grundlagen aus Physik und Chemie fehlten, "das war kein Zuckerschlecken", sagt Schmitz. Bücher haben ihm bei der Vor- und Nachbereitung geholfen, bis er die Dinge verstanden hatte. Bei einem Lehrgang in München mussten die Feuerwehrmänner radioaktiv verseuchte Prüfstrahler suchen. Mit Hilfe eines Gerätes durchstreiften sie das Gelände und warteten darauf, dass die Nadel ausschlug und die Strahlenquelle anzeigte. Auch hier brauchte man gute Nerven, meint Schmitz.
"Welche Entwicklung die Feuerwehr innerhalb der 40 Jahre schon allein technisch durchgemacht hat, ist kaum vorstellbar", sagt der Pensionär. Während seiner Zeit wurden die ersten luftunabhängigen Atemschutzmasken eingeführt. Kurios war auch, dass er einen Funklehrgang besuchte, obwohl er noch nie einen Funkempfänger gesehen hatte.
Auch die ersten Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Bolsdorf sind dem Mann im Gedächtnis geblieben. 18 Jahre jung war er, "und schon damals hat mich Technik interessiert", sagt Schmitz. Als Kreisfeuerwehrinspekteur gründete er ein Krisenteam. Es war bei einer Katastrophe einsatzfähig und koordinierte externe Rettungskräfte, Feuerwehrmänner und kümmerte sich um die Lage vor Ort. Der Aufbau eines Kriseneinsatzteams stieß nicht überall auf Gegenliebe. "Brauchen wir so etwas wirklich?", bekam Schmitz das eine oder andere Mal zu hören.
Auch an eine grenzübergreifende Brandschutzübung an der Oberen Kyll 1985 erinnert er sich noch genau. Zwei Tage lang dauerte die Aktion. "Es gab sogar ein Drehbuch", sagt Schmitz. Mehr als 1600 Feuerwehrmänner waren auf einem Gebiet von etwa 30 Quadratkilometern im Einsatz. Der Bereich wurde immer weiter ausgedehnt. "Wir forderten sogar zwei Bundeswehr-Hubschrauber an, die mit Wasser aus dem Kronenburger See löschten, und die Wehren aus Nordrhein-Westfalen schickten eine Transall mit 10 000 Litern Wasser", sagt Schmitz. Zwischen seinem ersten und letzten Einsatz hat sich vieles verändert. Seine Begeisterung für die Feuerwehr hat er in der Familie weitergegeben. Seine Söhne Harald und Dieter sind beide aktiv und sogar die Enkelkinder sind bereits in der Hillesheimer Bambini-Feuerwehr. jur