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"Starke Truppe" zeigt sich von der besten Seite

"Starke Truppe" zeigt sich von der besten Seite

GEROLSTEIN. (es) Im Rahmen eines Appells der 1. Kompanie des Fernmeldebataillons 281 in der Eifel-Kaserne wurden 61 Soldaten mit der von Innen- und Verteidigungsminister gestifteten Einsatzmedaille "Fluthilfe 2002" ausgezeichnet.

Damit wurden die Soldatengeehrt, die im Hochwasser- und Flutkatastrophengebiet an Donauund Elbe mit ihren Nebenflüssen lebensrettende Hilfe leisteten.Eingeladen waren neben den Angehörigen der Soldaten auch jene,die bereits Ende Dezember vergangenen Jahres ihren Wehrdienstbeendet hatten. "Es war eine reine Schufterei"

Vom 16. bis 25. August 2002 wurden diese Soldaten im Rahmen eines Kontingents von 245 Soldaten des Bataillons mit zwölf Bussen und zwölf LKW nach Wittenberg verlegt. Der Auftrag lautete: Sandsäcke füllen. Es wurde ihnen eine Deichstrecke zugewiesen, die sie erhöhen und absichern sollten, um ein in der Gefahrenzone liegendes Industriegebiet zu schützen. Oberstabsfeldwebel Johannes Mungen, der für die Soldaten der 1. Kompanie zuständig war: "Es war die reine Schufterei, die viele an das Ende ihrer Kräfte brachte. Denn der tägliche Einsatz bedeutete für die Soldaten 18 Stunden harte körperliche Arbeit. Wir waren zu einem Pionierbataillon und einem ABC-Bataillon abgestellt". Untergebracht waren die Soldaten in Sporthallen, Zelten oder schliefen in den Fahrzeugen. Es wurden nicht nur Sandsäcke geschleppt, auch Reparaturen wurden gemacht, was von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen wurde, berichtete Mungen weiter. Stabsunteroffizier Roman Thönnes war einem Pionierbataillon zugeteilt. "Wir mussten die Deiche von der Wasserseite her verstärken, was auch gefährlich war", berichtet er. Aber es sei alles gut gegangen und man habe die Aufgaben gut erledigt.

Hauptgefreiter Oliver Müller lobte vor allem die gute Kameradschaft während des Einsatzes. "Alle Dienstgrade, ob Mannschaft oder Offizier, haben ohne Ausnahme kräftig mit angepackt", berichtet er. Dabei sei man von der Bevölkerung gut mit Essen unterstützt worden.

Bange Stunden für die Angehörigen

Auch Kompaniechef Major Martin Gerster lobte während des Appells seine Soldaten: "Sie haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und bewiesen, dass unser Werbespruch ,Eine starke Truppe\\' keine leeren Worte sind. Keine der bedrohten Menschen konnte übersehen, wie Sie, ob als Wehrpflichtiger, Zeitsoldat oder Berufssoldat, sich in beeindruckender Weise, teilweise bis zur Erschöpfung engagierten. Ihre Motivation war in diesen Tagen so groß wie noch nie." Auch den Angehörigen der Soldaten, die sicherlich Stunden in Sorge beim Verfolgen der Nachrichten vor dem Fernseher verbracht hätten, galt sein Dank. Der Kompaniechef: "Auch wir Vorgesetzten waren froh darüber, als unsere ,Hochwasserhelden\\' gesund und wohlbehalten zurückkamen!"

Aus den Händen des Bataillonskommandeurs, Oberstleutnant Gregor Engels bekamen die Soldaten ihre Auszeichnung in Form einer Medaille sowie einer persönlichen Urkunde.