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Start des Straßenausbaus in Schalkenmehren in Sicht

Start des Straßenausbaus in Schalkenmehren in Sicht

Der Kreis geht davon aus, in diesem Jahr mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt in Schalkenmehren zu beginnen. Die Sanierung eines weiteren Teilstücks der Kreisstraße 16 ist dagegen erst einmal auf Eis gelegt.

Wer von Schalkenmehren zu den Maaren oder von dort ins Dorf fährt, kann den schlechten Zustand der Kreisstraße (K) 16 förmlich spüren. Viele kleine Wellen schütteln Busse, Autos und Motorräder durch.

In der Ortsdurchfahrt selbst ist es teilweise noch schlimmer, dort sind die Wellen in der Fahrbahn deutlich sichtbar.
Keine gute Visitenkarte für eine Gemeinde, die traditionell eine der Fremdenverkehrshochburgen in der Eifel ist. Auch deshalb baut Bürgermeister Hans-Günter Schommers darauf, dass endlich mit der Sanierung vor allem der Ortsdurchfahrt begonnen wird.

Seit mehreren Jahren vertröstet

"Seit mehreren Jahren sind wir mit dem Thema beschäftigt und immer wieder vertröstet worden. Es ist allerhöchste Zeit, dass etwas passiert. Ich kenne nicht viele andere Straßen im Kreis, die so schlecht sind wie Teile unserer Ortsdurchfahrt."
Für das laufende Jahr sah es lange so aus, als würde die lang gehegte Hoffnung der Gemeinde endlich Realität. Aber eine Verschärfung der Förderbestimmungen des Landes hat dem Kreis einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil nur noch "unabweisbare" Ausbauvorhaben gefördert werden.
Dabei wird die 2006 erfolgte Straßenbewertung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein herangezogen: Danach besteht für die K 16 auf der sogenannten "freien" Strecke bis zur L 64 noch kein "unabweisbarer Ausbaubedarf".

Paket wieder aufgeschnürt

Um den Ausbau der wesentlich schlechteren Ortsdurchfahrt nicht zu gefährden, wurde entschieden, das ursprünglich geplante Paket wieder aufzuschnüren. Ziel: In diesem Jahr soll mit dem Ausbau dieses Abschnitts (auf einer Länge von rund 250 Metern) begonnen werden, der rund 250 000 Euro kosten wird.

Ortsbürgermeister Schommers hat wenig Verständnis dafür, dass nun wohl doch nicht beide Projekte angegangen werden. "Mit einem solchen Bauvorhaben ist ein großer organisatorischer Aufwand verbunden: für die Gemeinde, die Handwerksbetriebe sowie die Hotellerie und Gastronomie. Da wäre es doch sehr viel sinnvoller, alles in einem zu machen, als vielleicht in zwei Jahren noch einmal über längere Zeit mit Sperrungen leben zu müssen. Wir erwarten eine vernünftige Planung, damit sich alle Betroffenen einstellen können."

Hohes Verkehrsaufkommen in Schalkenmehren

Schommers verweist auf das hohe Verkehrsaufkommen im Fremdenverkehrsort Schalkenmehren, das jährlich an die 65 000 Übernachtungen verzeichnet. "Wir sind ein touristisches Aushängeschild nicht für die Verbandsgemeinde Daun, sondern für den gesamten Kreis Vulkaneifel. Und zu einem solchen Aushängeschild gehören auch vernünftige Straßen."
Nach Mitteilung der Kreisverwaltung wird in diesem Jahr der Zustand sämtlicher Kreisstraßen neu bewertet. Entsprechend dem Ergebnis dieser Bewertung werde der Ausbau des Abschnitts vom Ortsausgang bis zur L 64 zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.Meinung

Lösung mit Beigeschmack
Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht für Schalkenmehren: Der Ausbau der Ortsdurchfahrt rückt in greifbare Nähe, ein Projekt, dessen Realisierung mehr als überfällig ist. Wäre da nicht der unbefriedigende Umstand, dass es nur die kleine Lösung sein wird. Die große Chance, die schlechte Straße gleich bis zur Landesstraße 64 auszubauen, auf die auch der Kreis gesetzt hat, gibt es nicht. Dabei spricht eine Menge Faktoren dafür, vor allem wären Dorfbewohner und Gäste nur einmal von den Einschränkungen einer Großbaustelle betroffen. Es hätte wohl nur etwas Flexibilität seitens des Landes bedurft, um zur großen Lösung zu kommen. Eine Baustelle hätte genügt. s.sartoris@volksfreund.de