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Infrastruktur: Start für schnelleres Internet: Ab jetzt wird im Kreis gebuddelt

Infrastruktur : Start für schnelleres Internet: Ab jetzt wird im Kreis gebuddelt

14 Millionen Euro werden in den Breitband-Ausbau in der Vulkaneifel investiert. Das Ziel: Bis Ende 2019 sollen alle „weißen Flecken“ verschwunden und alle Orte im Kreis versorgt sein.

So einen „großen Bahnhof“ hat Meisburg wohl lange nicht mehr erlebt: Zahlreiche Gäste hat die Kreisverwaltung in den 250-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Daun eingeladen, wo der symbolische Spatenstich für den Breitband-Ausbau in der Vulkaneifel vollzogen wird. Der Schauplatz ist mit Bedacht gewählt, denn im sogenannten Hinterbüsch, zu dem auch Meisburg gehört, ist noch Luft nach oben, was schnelles Internet angeht. „Als sich die Chance aufgetan hat, beim Ausbau dabei zu sein, gab es keine lange Diskussion, der Rat hat schnell dafür entschieden – in Breitband-Geschwindigkeit“, berichtet Ortsbürgermeister Johann Görgen.

Gut 30 000 Euro muss der Ort selbst beisteuern, „gut angelegtes Geld.“ So sehen es auch seine Amtskollegen aus anderen Hinterbüsch-Gemeinden. „Bei uns warten auch die Gewerbetreibenden sehnlichst, endlich größere Datenmengen verschicken zu können“, erklärt Otmar Eckstein, Ortsbürgermeister von Deudesfeld. Knapp über 60 000 Euro kostet das das Dorf, eine etwa gleich große Summe muss auch Bleckhausen aufbringen. „Eine Menge Geld für uns, aber ich sehe keinen Bereich, in dem es besser angelegt wäre“, sagt Ortsbürgermeister Egon Bauer.

14 Millionen Euro werden in den Breitbandausbau investiert. „Alle weißen Flecken auf der Internet-Landkarte des Kreises werden verschwinden“, kündigt Landrat Heinz-Peter Thiel an. Konkret heißt das: Der Ausbau umfasst die Erschließung von insgesamt 65 ganz oder teilweise unterversorgten Gemeinden. Rund 3000 Haushalte erhalten Anschlüsse mit Bandbreiten von überwiegend 50 Mbit/s (Erläuterung siehe Infokasten). 88 Gewerbestandorte bekommen einen Glasfaseranschluss mit einer Kapazität von bis zu 1 Gbit/s. Gleiches gilt auch für alle 26 Schulen im Kreis.

Den Ausbau des Breitbandnetzes übernimmt die RWE-Tochter Innogy, die bei einer europaweiten Ausschreibung erfolgreich war. „Bis voraussichtlich Herbst kommenden Jahres werden wir gut 3000 Adressen im Kreis Vulkaneifel an das schnelle Internet angeschlossen haben. Der Ausbau erfolgt mit Hilfe von regionalen Tiefbau-Unternehmen. Damit die Bürger möglichst bald  von der Aufrüstung profitieren können, erfolgt der Ausbau in vielen Gemeinden gleichzeitig“, erläutert Michael Dötsch von Innogy den Zeitplan.

Insgesamt seien Tiefbauarbeiten von rund 65 Kilometern innerorts und 105 Kilometern zwischen den Gemeinden geplant, um 220 Kilometer Glasfaser unter die Erde zu bringen. „Um das zu erreichen, werden bis zu 14 Kolonnen gleichzeitig arbeiten“, kündigt Dötsch an. Der geballte Einsatz soll dazu führen, dass noch im Lauf diesen Jahres in einigen Orten das neue Hochgeschwidigkeits-Internet genutzt werden kann. Innogy verpflichtet sich, das komplette Breitbandnetz 15 Jahre zu betreiben und zu unterhalten.

Das Fazit von Landrat Thiel, nachdem die zeitaufwendigen Vorbereitungen abgeschlossen sind: „Wir haben über Jahre hinweg den Breitbandausbau im Kreis gemeinsam mit allen Verantwortlichen in den Verbands- und Ortsgemeinden vorangetrieben. Die Förderung von Bund und Land macht es uns  möglich, zeitnah ein zukunftsfähiges und flächendeckendes Netz zu knüpfen und damit unsere Attraktivität als Lebens- und Arbeitsraum weiter zu steigern. Dafür danke ich allen Beteiligten, die mit daran gearbeitet haben, dieses Projekt auf die Beine zu stellen und nun zur Ausführung zu bringen.
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 Gut 3000 Haushalte und alle Schulen profitieren: Für den Breitbandausbau im Kreis Vulkaneifel ist der offizielle Startschuss gefallen. Foto: dpa
Gut 3000 Haushalte und alle Schulen profitieren: Für den Breitbandausbau im Kreis Vulkaneifel ist der offizielle Startschuss gefallen. Foto: dpa Foto: dpa/Patrick Pleul
 Er ist immer dabei, wenn es um technischen Fortschritt im Kreis Vulkaneifel geht, so auch beim Breitband-Startschuss in Meisburg: der kleine Roboter der Berufsbildenden Schule Gerolstein namens Nao.
Er ist immer dabei, wenn es um technischen Fortschritt im Kreis Vulkaneifel geht, so auch beim Breitband-Startschuss in Meisburg: der kleine Roboter der Berufsbildenden Schule Gerolstein namens Nao. Foto: TV/Foto: Stephan Sartoris

Entspannt zurücklehnen ist aber dennoch nicht angesagt, denn laut Randolf Stich, Staatssekretär im Mainzer Innenministerium, heißt es: „Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau.“ Denn was nun in der Vulkaneifel aufgebaut werde, sei nur das Fundament für die nächsten Schritte in Sachen Digitalisierung.