Klimawandel macht Holzvermarktung zur Herausforderung:: Start unter ungünstigsten Bedingungen

Klimawandel macht Holzvermarktung zur Herausforderung: : Start unter ungünstigsten Bedingungen

Der Klimawandel macht die Holzvermarktung zu einer Herausforderung. Das macht der Jahresbeginn gegründeten Kommunalen Holzvermarktungsorganisation (KHVO) Eifel GmbH mit Sitz in Hillesheim zu schaffen.

Selbst die kurze Fahrt vom Rathaus in Hillesheim, wo die Kommunale Holzvermarktung Eifel ihren Sitz hat, zu einem abholbereiten Stapel Stämme im Wald bei Berndorf lässt keinen Zweifel aufkommen: Sturm, Hitze, Dürre und Borkenkäfer machen dem Forst schwer zu schaffen – und das wirkt sich auch auf die Holzvermarktung aus.

„Ungünstiger hätten die Voraussetzungen nicht sein können, unter denen die neue Organisation gestartet ist“, sagt Geschäftsführer Christian Mehlhorn. Denn gleich im Februar warf Sturm „Eberhard“ im Bereich der KHVO Eifel rund 50 000 Festmeter Fichtenholz und traf auf einen „mehr als überfüllten Markt“. Dennoch gelang es, das Eifeler Holz im März und April zu verkaufen – noch vor dem eigentlich geplanten operativen Start der neuen Organisation im Juli.

Seitdem wurde die Lage nicht besser, im Gegenteil: „Der Wald befindet sich in einem extrem desaströsen Zustand“, sagt der Forstexperte. Schnelligkeit ist das Gebot der Stunde, um zu verhindern, dass weitere Bestände von Schädlingen befallen werden. „Bisherige Katastrophen waren lokal begrenzt. Durch den Klimawandel ist inzwischen ganz Europa betroffen.“ Alle europäischen Sägewerke seien mit den anfallenden Holzmengen überfordert, der Holzpreis sei um mehr als die Hälfte gefallen – was sich in vielen Gemeindekassen bemerkbar macht. „Die einzige Möglichkeit ist der Export der Mehrmengen in den asiatischen Raum. Dies wird in der Eifel erfolgreich praktiziert.“

Eine der wichtigsten Fragen für die Holzvermarktung ist, welche Baumarten überhaupt noch in Zeiten des Klimawandels geeignet  sind. Denn auch Buchen und Eichen, die als Mischwald eigentlich die historisch bedingten Fichtenmonokulturen ersetzen sollen, leiden zunehmend unter Dürre, Hitze und Schädlingsbefall. „Es gibt Versuche mit südländischen Hochgebirgsbaumarten wie etwa der Libanonzeder oder mit Arten aus dem Himalaya“, sagt Mehlhorn. Das Problem aber ist: „Nach wie vor haben wir im Winter Frost, das schaffen die an mediterranes Klima gewohnten Bäume nicht.“

Die Aufforstung koste viel Geld und benötige viele Arbeitskräfte, was angesichts des Fachkräftemangels die Problematik verschärfe. Oft müsse immer wieder nachgepflanzt werden, da junge Bäume zum Anwachsen viel Wasser benötigen, das sie in Dürreperioden aber nicht bekommen. Und das wird im Alter nicht besser. Ein ausgewachsener Baum brauche rund 200 Liter Wasser am Tag.

Künstliche Bewässerung sei in den großflächigen Forsten nicht machbar. Aber dass aufgeforstet und der Wald bewirtschaftet werden muss, steht für Mehlhorn außer Frage: „Davon hängen nicht nur viele Arbeitsplätze ab, sondern das Holz wird ja auch gebraucht.“ Etwa  als ökologisches Baumaterial. Und natürlich ist der Wald selbst der beste Klimaschutz und hat allein schon deshalb seinen Wert. Wichtig sei, Monokulturen zu vermeidet. In zehn Jahren, hofft Mehlhorn, könnten die Eifelwälder wieder klima­stabiler sein. Die Schäden allein der Sommer 2018 und 2019 jedoch werden noch einige Jahre fortwirken – selbst dann, wenn die kommenden Sommer wieder normaler würden.

Mehr von Volksfreund