Startschuss fürs Groß-Reinemachen

Schandfleck: Nach der Insolvenz der Firma Leka verkommt der Produktionsstandort in Birresborn immer mehr. Vor allem ärgern Anwohner und Bürger die Stapel und Halden von Altreifen. Jetzt schreitet die Behörde ein.

Birresborn. Trotz der Insolvenz der Firmen Leka und Aqua Spa ist dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen. So finden es Birresborner Bürger und allen voran Ortsbürgermeister Josef Bach "richtig ärgerlich", wie es mittlerweile auf dem Produktionsgelände der ehemaligen Phönix-Hallen aussieht, die nach der Leka-Insolvenz unter Zwangsverwaltung stehen.

Bach sagt: "Da liegen kreuz und quer Reifen rum, und auch zusätzlicher Müll wurde schon abgeladen. Das muss schleunigst abgestellt werden, und dafür habe ich mich auch schon bei den Behörden eingesetzt." Sowohl bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz, die sich um die Reifen und die davon ausgehende Brandgefahr kümmert, als auch beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung.

In der Tat scheint Bewegung in die Sache zu kommen, die vor allem den Anwohner ein besonderer Dorn im Auge ist. Die SGD hat jetzt auf Betreiben von Bach angeordnet, dass sowohl die Reifen als auch sonstiger Müll auf dem Gelände entsorgt werden müssen. Damit sollen zum einen "Nachahmer-Effekte" verhindert und die Brandlast minimiert werden. Zudem müssen einige am Gebäude befestigte und herunterhängende Blechteile abmontiert werden, um zusätzliche Gefährdungen zu reduzieren.

SGD-Sachbearbeiterin Pamela Meuer sagte dem TV: "Wir haben der Leka GmbH bis Mitte März eine Frist gesetzt, um die Abfälle und Reifen zu entsorgen. Außerdem haben wir eine Ersatzvornahme angedroht. Bislang haben wir aber noch keine Rückmeldung erhalten."

Die Ersatzvornahme bedeutet, dass die Behörde von sich aus ein Entsorgungsunternehmen beauftragt, falls der Eigentümer beziehungsweise Zwangsverwalter der Entsorgungspflicht nicht nachkommt. Zunächst würden aber Angebote eingeholt. Die SGD-Vertreterin ist zuversichtlich, dass sich schon bald etwas tun wird. Bis Ende März werde geprüft, ob die Reifen entsorgt seien. Falls nicht, würde ausgeschrieben und rasch der Auftrag erteilt. Was Meuer so optimistisch stimmt, ist: "Uns liegt eine Bankbürgschaft vor, auf die wir zurückgreifen können, um die Reifen zu entsorgen."

Auch die Kreisverwaltung ist inzwischen tätig geworden. Das bestätigte Werkleiter Reinhard Adrian. Er sagte: "Wir haben dem Eigentümer geschrieben, dass er den Müll auf seinem Gelände zu entsorgen hat. Es handelt sich um etwa drei bis vier Kubikmeter. Bis 27. März hat er Zeit, sich zu melden." Geschehe nichts, werde der Eigenbetrieb "rasch" dafür sorgen, dass der Abfall entsorgt wird, so Adrian.

Meinung

Problem-Standort

Die Insolvenz der Firmen Leka und Aqua Spa ist in vielerlei Hinsicht schade. Viele Hoffnungen waren für die Ortsgemeinden und auch die Beschäftigten im Kylltal damit verbunden. Doch ein Ärgernis ist es, wenn der ehemalige Gewerbestandort im Dorf zur Industrieruine verkommt, an dem dann auch noch wild Müll abgelagert wird. Dem muss rasch ein Riegel vorgeschoben werden. Künftig wird es allerdings primär die Sache der Anwohner sein, die Augen aufzuhalten und Müllablagerungen anzuzeigen. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass an dem problematischen Standort im Dorf und in Kyllnähe in nächster Zeit wieder gearbeitet wird. m.huebner@volksfreund.de

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